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© Barcin / iStock
Der häufigste Anwendungsfehler ist das Auftragen einer zu geringen Menge an Sonnenschutz.
 
Dermatologie 26. Mai 2015

Das Bewusstsein für Sonnenschutz steigt

Rund 40 Prozent der Österreicher verwenden Produkte mit einem hohen Lichtschutzfaktor von 30 bis 50.

Sonnenschutz hat für die Österreicher einen hohen Stellenwert. 32 Millionen Euro gaben sie 2014 für Sonnenkosmetik aus. Dennoch zeigt eine Studie von Kosmetik transparent, dass der Wissensstand über den richtigen Umgang mit der Sonne lückenhaft ist.

Der Markt für Sonnenkosmetik verzeichnet 2014 im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Minus von rund einem Prozent. Allerdings ist der Markt in den Vorjahren um bis zu sieben Prozent gestiegen und befindet sich auf einem hohen Niveau. „Das deutet auf ein zunehmendes Bewusstsein der Österreicher für Sonnenschutz hin. Die Österreicher greifen außerdem vermehrt zu Produkten mit höherem Lichtschutzfaktor (LSF). Waren vor zehn Jahren Präparate mit einem durchschnittlichen LSF zehn gebräuchlich, sind es heute Produkte mit einem Faktor zwischen 20 und 30“, betont Ing. Gerhard Gribl von Kosmetik transparent, einer Informationsplattform der Markenkosmetik-Hersteller.Das zeigt auch die aktuelle Studie: Rund 40 Prozent der Österreicher verwenden Sonnenschutzprodukte mit einem hohen Lichtschutzfaktor von 30 bis 50, etwa ein Drittel bevorzugt Produkte mit einem LSF von 15 bis 25.

Gebräunte Haut ist noch immer „in“

Die aktuelle Studie macht außerdem deutlich: Noble Blässe ist „out“, gebräunte Haut steht hoch im Kurs. So gefallen sich 42 Prozent der Österreicher braun gebrannt am besten. Und für jeden Zweiten gehört Sonnenbräune zum Urlaub dazu. Doch die Zeiten des ungeschützten Bratens in der Sonne sind vorbei: Rund die Hälfte der Befragten gibt an, sich vor dem Sonnenbaden immer gut einzucremen, ein Drittel tut dies zumindest teilweise. Und immerhin ein Viertel verwendet Sonnenschutz bei allen Aktivitäten außer Haus während der warmen Jahreszeit. Weiters meidet jeder zweite Österreicher die Mittagssonne und 22 Prozent liegen generell nur im Schatten.

Auffallend ist, dass der Sonnenschutz der Kinder einen höheren Stellenwert hat, als der eigene: So cremen 70 Prozent der Befragten ihre Kinder immer gut ein, aber nur 47 Prozent denken dabei an den eigenen Schutz vor der Sonne.

UVA- und UVB-Symbol weitgehend unbekannt

Rund zwei Drittel der Österreicher kennen das UVA- und UVB-Symbol auf Sonnenschutzprodukten nicht. „Damit hat sich der Wissensstand der Österreicher zur UVA- und UVB-Kennzeichnung stark verschlechtert“, so Gribl. In einer Kosmetik transparent Studie 2011 kannten „nur“ rund 33 Prozent die Zeichen nicht. Gribl: „Grundsätzlich gilt: UVA-Filter schützen vor langfristigen Schäden, Sonnenallergien und frühzeitiger Hautalterung, UVB-Filter vor Sonnenbrand. Der UVA-Schutzfaktor muss mindestens ein Drittel des UVB-Schutzfaktors betragen. Sonnenschutzprodukte, die dieses Verhältnis aufweisen, dürfen das UVA-Siegel tragen.“

Eigenschutz der Haut ist nicht ausreichend

Im Sommer führt die Sonneneinstrahlung zu einer Verdickung der Hornschicht, die Pigmentierung nimmt zu und wird als Bräune sichtbar. Damit erhöht die Haut zwar ihren Eigenschutz, doch UV-Strahlung, Salzwasser und Wind trocknen die Haut aus, wodurch UV-Licht intensiver in die Haut eindringen kann. Daher ist es wichtig, dass effektive Produkte während und nach der Sonne neben der reinen UV-Filterleistung auch eine optimale Hautpflegeleistung bieten.

„Weltweit steigt die Rate für weißen Hautkrebs jährlich um zehn Prozent. Die Gefahr, daran zu erkranken, korreliert sehr hoch mit der Anzahl an Sonnenbränden, insbesondere in der Kindheit. Daher ist Vorbeugung besonders wichtig“, so Dr. Ludger Kolbe, Chief Scientist Photobiology Beiersdorf, Beiersdorf AG.

Anwendungsfehler reduziert die Wirksamkeit

Der häufigste Anwendungsfehler ist das Auftragen einer zu geringen Menge an Sonnenschutz. In der Praxis wird meist nur die Hälfte der empfohlenen 2 mg/cm² genützt. Damit kann der angegebene Schutz nur zu einem Bruchteil gehalten werden. Das Auftragen eines Sonnenschutzes verhindert wohl gut die lichtbedingte Rötung, sodass die Verweildauer in der Sonne zunimmt. Andere schädliche Konsequenzen, etwa des UVA-Bereichs, bleiben oft unbeachtet.

Sonnenschutz sollte immer eine Ergänzung zu einem vernünftigen und maßvollen Umgang mit der Sonne bleiben. Hinzu kommt, dass oft zu wenig nachgecremt wird. Ein gewisser Verbrauch durch Schweiß, Abrieb und die Hauterneuerung ist stets gegeben. Deshalb sollte regelmäßig nachgecremt werden. Die errechnete Verweildauer verlängert sich dadurch aber nicht, sondern wird nur gesichert. „Auch wenn Sonnenschutz sofort wirkt, sollte man sich Zeit zum sorgfältigen Auftragen und Verteilen des Produktes nehmen. Idealerweise sollte die Textur vor dem Ankleiden bereits eingezogen sein“, erklärt Dr. Veronika Lang, Allgemeinmedizinerin und Med.-Wissenschaftliche Leitung L’Oréal Österreich, Division Cosmétique Active.

Im ersten Lebensjahr ist Kinderhaut sehr empfindlich

Kinderhaut ist aus mehreren Gründen äußerst sonnenempfindlich: Die Haut ist wesentlich dünner als die der Erwachsenen. Die Fähigkeit, eine schützende Lichtschwiele und ausreichend Pigment zu bilden, muss sich erst noch im Laufe der Jahre entwickeln. Im ersten Lebensjahr sollten Kinder der Sonne überhaupt nicht ausgesetzt werden, sondern mit Kleidung und Sonnenschirm vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt werden. Es gibt Produkte, die speziell auf die Anforderungen von Kindern abgestimmt sind. Diese betreffen vor allem die Textur, die Wasserfestigkeit, die pflegenden Eigenschaften und die Verteilbarkeit. Das Produkt sollte auch gut verträglich sein.

Quelle: Kosmetik transparent Seminar, Wien, 28. April 2015

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