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Dermatologie 14. Juli 2005

Neues von Melanom

Über 2000 Dermatologen aus aller Welt wurden auf der jüngsten Tagung der European Academy of Dermatology und Venerology (EADV) in München über die gewaltigen Fortschritte in Forschung und Praxis auf dem Gebiet der Haut- und Geschlechtskrankheiten informiert.

Wie Prof. Dr. Fritz Gschnait, Vorstand der Hautabteilung im Krankenhaus Wien Lainz und Präsident der österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie berichtet, lagen die Schwerpunkte der Tagung auf der Therapie des malignen Melanoms, der Psoriasis und der Neurodermitis sowie der Behandlung chronischer Hautwunden. Die Sterblichkeit am malignen Melanom geht trotz massiven Ansteigens der Häufigkeit dieses bösartigen Tumors in den westlichen Industriestaaten zurück - ein deutlicher Hinweis auf die Effizienz prophylaktischer Maßnahmen.

Früherkennung optimiert

Die optimierte Früherkennung hat zu einer Abnahme der durchschnittlichen Dicke der exzidierten Melanome und damit zu einer deutlichen Verbesserung der Prognose geführt. Voraussetzung für die effiziente Früherkennung ist allerdings professionelle Begutachtung dermatoskopischer Bilder mittels Auflichtmikroskopie. Die einfache Begutachtung pigmentierter Läsionen mit dem freien Auge oder der Lupe ist nicht mehr zeitgemäß. Die Therapie des Melanoms konnte durch die Einführung der Sentinel-Lymphknoten-Operation ver- bessert werden.

Die Therapie der Neurodermitis wird unter anderem durch die bevorstehende Einführung des Medikamentes Tacrolimus beziehungsweise Pimecrolimus revulotioniert werden. Zwei Mal täglich lokale Applikation von Pimecrolimus führte bei Kindern und Erwachsenen zur dramatischen Verbesserung der Hauterscheinungen. Im Gegensatz zu lokalen Kortikosteroiden führt Pimecrolimus nicht zur Hautatrophie und zu anderen Kortison-Nebenwirkungen.

Chronische Hautwunden

In der Therapie der Psoriasis bewähren sich immer mehr Kombinationsbehandlungen mit lokalen Kortikosteroiden und Calcipotriol. Die Effizienz von Calcipotriol alleine lässt sich dadurch steigern, bei gleichzeitiger Abnahme der Cortciosteroid- Nebenwirkungen.

Ein wichtiges Gebiet der Dermatologie hat ebenfalls neue Impulse erhalten: Die Behandlung chronischer, schlecht heilender Hautwunden ist nicht nur ein durch Infektions- und Blutungsgefahr schweres Leiden für den betroffenen Patienten, sondern auch ein volksgesundheitliches Problem. Besonders häufig ist bekanntlich das Ulcus cruris als Folge gestörter venöser oder arterieller Durchblutung, der diabetische Fuß und chronische postoperative Wunden. Die histologischen Vorgänge bei der Wundheilung wurden in den letzten Jahren massiv beforscht. Heute sind zahlreiche "Growth factors", welche die Zellteilung, die Migration von Entzündungszellen und die Angioneogenese steuern, bekannt.

Die Kenntnis dieser Faktoren und ihre molekularen Interaktionen werden in Zukunft zu neuen Wegen in der Wundtherapie führen. Heute schon gelten für die Wundbehandlung andere Qualitätsstandards als noch vor fünf Jahren. Infektionsbekämpfung, Wunddebridement, Wachstumsanregung und, wenn notwendig, Trans plantation von körpereigenen, aber auch fremden Geweben sind die Säulen moderner Wundtherapie.

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