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Dermatologie 15. September 2014

Weißer Hautkrebs

Früherkennung verspricht sehr gute Heilungschancen.

Ärztekammer plädiert für ausreichenden Sonnenschutz und Vorsorgeuntersuchungen: Wenn von Hautkrebs die Rede ist, denken viele Menschen sofort an das gefährliche schwarze Melanom. Viel weniger bekannt sei jedoch der weiße Hautkrebs, der im Frühstadium gut heilbar sei und mittlerweile 15 Prozent der Männer sowie sechs Prozent der Frauen betreffe. Damit sei weißer Hautkrebs bei weitem häufiger als schwarzer Hautkrebs. Wichtig seien daher Prävention und Früherkennung, sagte der Obmann der Bundesfachgruppe Dermatologie in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Johannes Neuhofer, anlässlich des Welttages des weißen Hautkrebses am Samstag in einer Aussendung.

Im Unterschied zum schwarzen Hautkrebs sei weißer Hautkrebs in der Regel nicht lebensbedrohend. Zwar sei das so genannte Basaliom der häufigste Hauttumor, allerdings auch jener, der sich am besten behandeln lasse. "Ein Basaliom bildet praktisch nie Metastasen. Es kann zwar in tiefer liegendes Gewebe wachsen und dieses zerstören, das lässt sich aber durch Früherkennung und die richtige Therapie verhindern", so Neuhofer. Anders liege der Fall beim Spinaliom, dem zweithäufigsten Hautkrebs. Werde die Vorstufe - die aktinische Keratose - rechtzeitig erkannt und behandelt, seien aber auch hier die Heilungschancen sehr gut, betonte der Experte. Andernfalls bestehe die Gefahr einer Metastasenbildung.

Essenziell sei eine routinemäßige Kontrolle durch den Hausarzt und eine jährliche Untersuchung durch den Hautarzt. Neuhofer: "Hautkrebs ist die einzige Krebsart, die wir Ärzte mit freiem Auge erkennen können. Die Diagnosemöglichkeiten haben sich außerdem insbesondere durch die Auflicht-Mikroskopie stark verbessert, ebenso die Heilungschancen - bei rechtzeitiger Erkennung sind diese mittlerweile sehr hoch." Werde frühzeitig auf ausreichenden Schutz geachtet, könne weißer Hautkrebs auch verhindert werden.

Ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von weißem Hautkrebs sei ultraviolettes Licht, daher müsse schon von Kindesbeinen an auf Sonnenschutz geachtet werden. "Jeder Sonnenbrand, den man im Kindesalter bekommt, kann in späteren Jahren zu Hautkrebs führen. Die Haut erinnert sich quasi an frühere Schädigungen und reagiert womöglich erst nach Jahrzehnten", warnte Neuhofer. Daher sei es auch für ältere Menschen sinnvoll, auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten und zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen, denn: "Wir gehen davon aus, dass ab dem 70. Lebensjahr in etwa jeder Zweite betroffen sein wird."

Der wirksamste Schutz sei Sonnenmilch, -creme oder -öl, am besten in wasserfester Form, damit der Schweiß den Schutz nicht abspülen könne. Dennoch reiche ein einmaliges Eincremen nicht aus, speziell nach dem Baden oder Schwimmen sollte nachgecremt werden. Vor allem stark exponierte Körperteile wie die so genannten Sonnenterrassen Nasenrücken, Unterlippe, Schultern, Dekolleté, Hände, Unterarme und Nacken müssten sorgfältig eingecremt werden. Von der Nutzung von Solarien riet Neuhofer ab: "Wie internationale Studien bezeugen, ist die fast schon unkontrollierte Benutzung der Sonnenbanken mitverantwortlich dafür, dass die Zahl der Hautkrebsfälle steigt. Das angeblich so harmlose Licht eines Solariums ist oft genauso schädlich für die ungeschützte Haut wie direkte Sonneneinstrahlung; das wird jedoch oft außer Acht gelassen."

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