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Dermatologie 8. August 2014

Entwicklungswege der Tumorgenese und -progression des Arzneimittel-induzierten nicht-melanozytären Hautkrebses: Eine neue Hoffnung oder die nächste große Verwirrung?

Faktoren, die zur klinischen Manifestation des nicht-melanozytären Hautkrebses (NMSC) führen, sind unterschiedlich. Ultraviolette Strahlung, Infektionen mit humanen Papillomviren, erbliche oder erworbene Immunsuppression (bei Autoimmunerkrankungen, Organtransplantierten) werden als wesentliche Verursacher und/oder Kofaktoren angesehen, die zu zu De-novo-Mutationen und Behinderungen in Zellzyklusarrest, dem programmierten Zelltod (Apoptose) und der Immunüberwachung führen können. Auf diese Weise werden Vorbedingungen für eine initiale Persistenz und nachfolgende Proliferation maligner Zellklone geschaffen, die das Risiko für NMSC erhöhen.
Eine gewisse Zahl selektiver, zielgerichteter Medikamente mit immunmodulierender Wirkung wie z. B. die TNF-alpha-Blocker dürften zusätzliche Auswirkungen im Sinne einer Blockade von Apoptose-Rezeptoren zeigen. Hierdurch könnte nicht allein die Entwicklung von NMSC, sondern auch von anderen Tumoren mit einer gewissen genetischen Prädisposition beeinflusst werden.
Dieser Artikel konzentriert sich auf exogene und endogene Faktoren, die die Regulation des Zellzyklus, der Apoptose, Immunosurveillance und das Inflammasom bei NMSC-Patienten tangieren. Diese Prozesse sind in ein komplexes Netzwerk eingebettet und werden kontrolliert durch 1) den Genomregulator p53, 2) seine Wechselwirkungen mit den proapoptotischen Proteinen Bak und Bax, 3) wie auch durch die Interaktion mit dem regulatorischen Schlüsselprotein des Inflammasoms – ASC/TMS1.
Als ein Prozess ist die maligne Transformation außerordentlich dynamisch, plastisch und adaptiv. Exogene, äußere Einwirkungen, wie die geplante Behandlung einer klinischen Situation, sollten auch unter dem Aspekt der Auswirkungen auf oben genannte Faktoren betrachtet werden, die das Ziel der kompletten Vernichtung der Tumorzellen haben. Dies wird aber erst ermöglicht, wenn eine Vielzahl von Markern der malignen Transformation unter solchen Behandlungen analysiert werden. Dies wird aber heute oftmals noch ignoriert.

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