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Alleinstehende Männer suchen ihre Haut nur selten nach Veränderungen ab.
 
Dermatologie 12. Mai 2014

Single-Männer im Nachteil

Bei Männern ohne Partnerin wird ein Melanom häufig erst im Stadium II entdeckt.

Bei Menschen mit einem Partner werden Melanome auf der Haut deutlich früher entdeckt als bei Singles. Das gilt vor allem für Männer. Für eine verbesserte Früherkennung müssten Alleinstehende daher verstärkt in Präventionsprogrammen berücksichtigt werden.

Ärzte um die Onkologin Dr. Hanna Eriksson vom Karolinska University Hospital Solna in Stockholm haben beim Melanom den Zusammenhang zwischen Lebensgemeinschaft, Erkrankungsstadium zum Zeitpunkt der Diagnose und dem krebsspezifischen Überleben untersucht (JCO 2014; online 31. März). Sie haben dazu prospektiv gewonnene Daten des schwedischen Melanomregisters analysiert. In dem Register finden sich Informationen zu 97 Prozent aller Hautmelanome, die zwischen 1990 und 2007 in Schweden diagnostiziert worden waren. Außerdem wurden Daten von weiteren Registern, etwa des schwedischen Krebs- sowie Sterberegisters berücksichtigt.

So standen Informationen von mehr als 27.000 Patienten für die Studie zur Verfügung. Mehr als 9.000 Männer lebten mit einer Partnerin zusammen, knapp 4.000 waren alleinstehend. Bei den Frauen lebten mehr als 7.500 in einer Partnerschaft, mehr als 6.000 waren Singles.

Erstdiagnose eines Melanoms bereits im Stadium II

Bei Männern, die allein lebten, war demnach die Wahrscheinlichkeit, ein Melanom erst im Stadium II statt bereits im Stadium I zu entdecken, um 42 Prozent höher als bei Männern, die mit einer Partnerin zusammenlebten (Odds Ratio/OR: 1,42). Ähnlich groß war die Wahrscheinlichkeit, den Krebs erst in noch späteren Stadien statt im Stadium I zu entdecken (OR: 1,43). Dabei hatten die Wissenschaftler bei der Berechnung das Alter der Studienteilnehmer, den Bildungsgrad, das Wohnumfeld, den Zeitpunkt der Diagnose und die Tumorlokalisation berücksichtigt. Bei allein lebenden Frauen war das Risiko, das Melanom erst im Stadium II zu diagnostizieren, nicht so stark erhöht (OR: 1,15).

Das erst späte Entdecken des Hautkrebses bei allein lebenden Männern wirkt sich offenbar auch auf die krebsspezifische Sterberate aus. Denn nach Berücksichtigung einiger Faktoren, die das Ergebnis verzerren könnten, wie das Alter und der Bildungsgrad, lag die Hazard Ratio (HR) bei 1,48. Das entspricht einer Erhöhung des Sterberisikos in dem berücksichtigten Zeitraum von fast 20 Jahren um knapp 50 Prozent.

Auch andere tumorspezifische Parameter berücksichtigt

Um den statistischen Zusammenhang bei alleinstehenden Männern weiter abzusichern, berücksichtigten die Wissenschaftler bei der Regressionsanalyse weitere Parameter, wie nämlich das Tumorstadium, die Tumordicke und das Ausmaß der Tumorzellinvasion. Selbst dann war das krebsbedingte Sterberisiko noch immer signifikant erhöht (HR: 1,31). Im Gegensatz dazu ließ sich bei alleinstehenden Frauen unter diesen Bedingungen jedoch kein erhöhtes Sterberisiko feststellen.

Die Autoren erklären die Ergebnis damit, dass es sein könnte, dass Frauen eher ihre Haut auf Veränderungen absuchen. Zudem sind die Chancen größer, dass Partnerinnen Hautveränderungen bei ihren Männern entdecken und sie dann zum Hautarzt schicken.

Originalpublikation: Hanna Eriksson et al. Later Stage at Diagnosis and Worse Survival in Cutaneous Malignant Melanoma Among Men Living Alone: A Nationwide PopulationBased Study From Sweden. JCO 2014. online 31. März 2014

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