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Dermatologie 28. April 2014

Tätowieren – aber bitte hygienisch einwandfrei

Europäischer Verband der Tätowierer bringt Normungsvorhaben zu Hygienerichtlinien ein.

Anfang April ging in Wien die Wildstyle- und Tattoo-Messe über die Bühne. Die Gemeinschaft der Freunde der bunten Körperkunst wird immer größer: Laut einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS ist bereits jeder fünfte Österreicher tätowiert. Bei den 16- bis 29-Jährigen trägt sogar fast jeder Dritte eine Tätowierung.

Obwohl das „Stechen“ dieses Hautschmucks weit verbreitet ist, kommt es immer wieder zu hygienischen Problemen – nicht zuletzt weil diese Dienstleistung in manchen Ländern völlig ungeregelt ist.

Aus diesem Grund hat der Europäische Verband der Tätowierer UETA ein neues europäisches Normungsvorhaben mit dem Titel „Hygienerichtlinien für das Tätowieren“ beantragt. Ziel ist die Erarbeitung einer Europäischen Norm, welche die Anforderungen an die Erbringung der Dienstleistung des Tätowierens definiert.

Vielfach nicht geregelt

„Während es in Österreich immerhin eine Rechtsvorschrift für das Piercen und Tätowieren durch Gewerbetreibende im Kosmetik- oder Schönheitspflege-Gewerbe gibt, fehlt in manchen Ländern jegliche Regulierung“, sagt Dr. Karl Grün, Director Development bei Austrian Standards.

Problematisch sei vor allem die Tatsache, dass viele Tattoos, die als „Urlaubsmitbringsel“ ihren Weg nach Österreich finden, schwere gesundheitliche Folgen nach sich können. „Wenn Konsumenten aus Österreich sich in anderen Ländern tätowieren lassen, laufen sie Gefahr, sich aufgrund ungenügender hygienischer Bedingungen mit Hepatitis- oder HI-Viren anzustecken. Angesichts dieses Risikos kann sich der Nutzen eines europäischen Standards zeigen“, ist Grün überzeugt.

Hygieneanforderungen definieren

Beim Tätowieren kommt die Tätowiernadel mit dem Blut des zu Tätowierenden in Kontakt. Dabei kann es zu Infektionen und Entzündungen kommen. Manche der verwendeten Farbstoffe können Allergien auslösen, Vergiftungen hervorrufen oder gar Krebs erregen.

In ihrem europäischen Normungsantrag zielt die UETA daher darauf ab, die Anforderungen an die Hygiene beim Tätowieren festzulegen. Neben den Informationspflichten und einer entsprechenden Schulung sollen auch die geeignete Infrastruktur, die verwendeten Farben, die Reinigung und die Desinfektion der Geräte sowie auch die Nachbehandlung festgeschrieben werden.

Über Austrian Standards

Austrian Standards ist seit 1920 die österreichische Plattform für die Entwicklung von Normen, Standards und Regelwerken. Rund 6 000 Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen entwickeln praktisch anwendbare Regelwerke und gestalten Europäische und Internationale Normen führend mit.

Quelle: Presseinformation Austrian Standards

Austrian Standards/CL, Ärzte Woche 18/2014

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