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Braten auf der Sonnenbank: Manche lassen sich auch mit Hautkrebs nicht davon abhalten.
 
Dermatologie 12. August 2013

Weiterbrutzeln trotz Hautkrebs

Suchtfaktor Sonnenbank.

Bräunen im Studio kann zur Sucht werden. In einer US-Studie konnte selbst eine Hautkrebsdiagnose die Betroffenen nicht von der Sonnenbank fernhalten.

An der Studie teilgenommen hatten 178 Patienten und Patientinnen mit nachgewiesenem Basalzellkarzinom (BCC). Die Betroffenen (zu über 80 Prozent Frauen) waren im Durchschnitt um die 40 Jahre und hatten sich vor der Hautkrebsdiagnose nach eigenen Angaben des Öfteren zum Bräunen auf die Sonnenbank gelegt.

Bei den meisten war nach der Diagnose damit Schluss. Für 15 Prozent allerdings war der Schock wohl nicht groß genug gewesen: Sie ließen sich ungeachtet des Risikos, ein erneutes BCC zu entwickeln, weiterhin von der Kunstsonne rösten, im Schnitt zehnmal pro Jahr. Bei den „Unverbesserlichen“ lag denn auch deutlich häufiger eine Suchtsymptomatik vor (58 Prozent gegenüber 38 Prozent). Dies konnten die Forscher von der Yale School of Public Health in Connecticut mit einem speziellen Fragebogen feststellen, dem mCAGE-Questionnaire. Darin gilt als abhängig, wer mindestens zwei von vier Fragen mit „ja“ beantwortet.

Patienten, die nach der Krebsdiagnose unbeirrt weiter Solarien frequentiert hatten, waren dort schon vorher die wesentlich treueren Kunden gewesen: Im Schnitt hatten sie sich 175-mal artifiziell gebräunt, die einsichtigeren Leidensgenossen, die der weiße Hautkrebs aus den Sonnenstudios vertrieben hatte, dagegen nur etwa 33-mal.

Auch der Anteil derjenigen mit einem oder mehreren „Sonnenbränden“ nach einem Studiobesuch war bei Ersteren höher (54 Prozent gegenüber 40 Prozent) (JAMA Dermatol. 2013; online 3. Juli).

Beim „Sonnenbaden“ im Studio ist es ähnlich wie mit dem Rauchen, schreiben die Autoren um Brenda Cartmel, New Haven (Connecticut). Trotz am eigenen Leib erlebter gesundheitlicher Konsequenzen sei manchmal die Sucht so stark, dass die Patienten einfach weiter ihrem Laster frönten. Ärztliche Aufklärung sei hier vonnöten, mahnen die Forscher. Dabei müsse vor allem der Suchtaspekt des Bräunens berücksichtigt werden.

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