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Dermatologie 8. Juli 2013

UV-Schutz bei Kindern

Eltern reagieren nicht.

Werden Eltern aufgeklärt, wie ihre Kinder vor UV-Strahlung geschützt werden können, so zieht das keine messbaren Verhaltensänderungen nach sich. Aufklärung über wirksamen Schutz vor UV-Strahlung bei Kindern sorgt kaum für eine Verhaltensänderung bei den Eltern.


Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren einer Studie des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt. Im Auftrag des Sächsischen Sozialministerium wurden über drei Jahre 395 Kinder zwischen drei und sechs untersucht.

Mit einem „alarmierenden“ Ergebnis, wie Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) erklärte. „Kinder sind der UV-Strahlung ohne ausreichende Sonnenschutzmaßnahmen ausgesetzt, obwohl ihre Eltern über gesundheitliche Risiken unterrichtet worden sind“, so Clauß.

Die Studie wurde zwischen 2009 und 2012 durchgeführt, an 14 Kindertagesstätten der Landeshauptstadt. Zwei Gruppen wurden per Zufallsauswahl gebildet. In der Kontrollgruppe fanden nur klinische und digitale dermatoskopische Untersuchungen statt, in der „Interventionsgruppe“ gab es zusätzlich Aufklärungen über richtigen UV-Schutz, und zwar jährlich.

Keine nennenswerten Unterschiede durch Aufklärung

Sämtliche Kinder wurden im Jahresabstand auf Pigmentmale untersucht. Insgesamt 7000 Pigmente wurden dabei hinsichtlich Geometrie, Farbverteilung und -dichte analysiert. In keiner Kategorie konnten zwischen den beiden untersuchten Gruppen nennenswerte Unterschiede festgestellt werden, heißt es in der Studie.

Im Gegenteil: Die Anzahl der Pigmente habe bei den Kindern der Interventionsgruppe sogar leicht höher gelegen als bei jenen, deren Eltern keine zusätzliche Aufklärung bekamen. Auch bei der Größe der Pigmente hat es keine Unterschiede gegeben.

Professor Uwe Wollina, Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie des Dresdner Krankenhauses und Leiter der Untersuchung, fordert eine bessere Präventionsarbeit. Wissensvermittlung alleine reiche nicht aus. „Auf Verhaltensänderung sollten künftige Interventionen verstärkt abzielen.“ Hier seien auch Erzieher in Kindergärten Ansprechpartner.

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