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Dermatologie 30. Juni 2005

Vitamin D 3: Gut auch für Haut und Haar

Vor allem bei ältere Menschen ist - speziell in den Wintermonaten - häufig ein Vitamin D 3-Mangel zu registrieren. Verifiziert wird der Verdacht, wenn bei Bestimmung des Metaboliten 25-Hydroxycholecalciferol Werte unter 30 nmol/l im Serum gemessen werden.

Eine therapeutische Zufuhr beeinflusst in erster Linie Knochenstruktur und Immunlage. Vom klinischen Aspekt scheinen auch die Fingernägel in direktem Zusammenhang zum Knochenwachstum zu stehen "Darüber hinaus ist Vitamin D 3 aber auch nach seiner chemischen Struktur als Steroidhormon einzustufen", betonte Prof. DDr. Johannes Huber, Leiter der Hormonambulanz, Frauenklinik Wien, bei einem Vortrag zur Altersprävention. "Seine dermatologische Wirkung sollte man nicht übersehen, denn es erfolgt - wie beim Östrogen - ein positiver Einfluss auf die epidermale Differenzierung."

Ein direktes Eingreifen in die Genexpression kann molekularbiologisch nachgewiesen werden. Andererseits wird die Proliferationsgeschwindigkeit reduziert und der Zellzyklus verlangsamt - eine erwünschte Reaktion im Sinne der Alterungsprävention. 

Die Involvierung von Calcitriol in die Differenzierung der Keratinozyten ermöglicht auch die topische Verwendung seiner Derivate bei der Therapie einer Psoriasis. Zusätzlich regt Vitamin D 3 über Rezeptoren im Haarfollikel das Haarwachstum an. Das als Mangelerscheinung aufzufassende Effluvium, charakterisiert durch langsam wachsende, leicht abbrechende Haare, kann durch zweimal tägliche Gabe von 1000 mg Vitamin D 3 therapiert werden. Die Expression des Rezeptors für die aktive Form des Calcitriols ist vom Haarzyklus abhängig: in der mittleren und späten Anagen-Phase ist sie stärker, in der Telogen- und frühen Anagen-Phase jedoch schwächer. 

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