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Dermatologie 30. Juni 2005

Viel Haut im World Wide Web

Auf der Suche nach dermatologischen Online-Ressourcen haben wir uns auf innovative Projekte sowie auf jene Seiten konzentriert, denen eine gewisse Portalfunktion zukommt. Damit können diese auch als Einstieg oder Ausgangspunkt für individuelle Recherchen dienen. Viel Spaß beim Surfen!

Dermatologie Online Atlas: www.dermis.net 

Diese Seite ist zweifellos ein Highlight unter sämtlichen dermatologischen Angeboten im World Wide Web. Es handelt sich um eine Kooperation zwischen der Abteilung für Sozialmedizin der Universität Heidelberg und der Abteilung für Dermatologie der Universität Erlangen. Allein die Sammlung an Hyperlinks wäre einen Besuch wert, da sie ein wertvolles Portal zu vielfältigen Ressourcen darstellt: Hier findet sich eine Übersicht über 40 Fachzeitschriften, diverse Online-Atlanten, internationale Fachgesellschaften, dermatologische Abteilungen in Deutschland, Europa, Nordamerika und Asien sowie spezielle Websites zum Thema Diagnose bzw. Therapie.

Von der Startseite aus ist eine Datenbank mit dermatologischen Diagnosen mittels Suchfunktion zugänglich; eine weitere Suchfunktion steht für die Inhalte der Website zur Verfügung. Eine Übersicht über die mehr als 4.000 Bilder erfolgt wahlweise nach alphabetisch geordneter Diagnose oder nach anatomischer Lokalisation. Die Bilder können bis zu 150 Prozent Zoomfaktor vergrößert werden. Ähnlich verhält es sich mit dem Pädiatrischen Dermatologie Atlas, der mit mehr als 2.000 Bildern gefüllt ist.

Amüsant und überaus umfangreich ist der so genannte Hebra-Atlas, der ebenfalls über die Startseite zu erreichen ist. Er beinhaltet historisch wertvolle Abbildungen diverser Hautkrankheiten (Farblithographien, Moulagen etc.), die Ferdinand von Hebra im 19. Jahrhundert in Wien zusammengetragen und mit Unterstützung der "Akademie der Wissenschaften" publiziert hat. Unter "Cases and Lectures" finden sich schließlich kommentierte Kasuistiken und Informationen zu einzelnen Krankheitsbildern. Fazit: In vielfacher Hinsicht empfehlenswert!

Internet Dermatology Society: www.telemedicine.org

Wegweisendes Projekt, welches mit der vielzitierten Ortlosigkeit des globalen Dorfes auch in der Dermatologie ernst gemacht hat: Die Mitgliedschaft ist offen für alle Dermatologen und jene Ärzte, die sich für Dermatologie interessieren; die Zusammenkünfte erfolgen über On- line-Konferenzen und die Verwaltungsarbeit über E-Mail-Listen. Ziel ist die globale Verfügbarkeit relevanter dermatologischer Information und die internationale Zusammenarbeit sämtlicher Kapazitäten.

Zum Schmökern eignet sich das "Electronic Textbook of Dermatology", welches über diverse Aspekte hautbezogener Probleme knapp und bündig informiert: Zu finden sind Beiträge über dermatologische Notfälle, "botanische Dermatologie", sexuell übertragbare Krankheiten, Immunologie, Sonnenschäden und deren Prävention etc. Darüber hinaus gibt es weitere "Global Lectures" verschiedener Universitäten. Eine ungewöhnlich arrangierte Linksammlung, Kasuistiken ("Global Dermatology Grand Rounds") sowie vernetzte Datenbanken ergänzen das Angebot.

Department of Dermatology - Iowa, USA: http://tray.dermatology.uiowa.edu/imagebase.html 

Auch hier gibt es eine Datenbank mit dermatologischen Bildern. Die wichtigsten dermatologischen Erkrankungen sind dort meist mehrfach im Bild festgehalten und alphabetisch aufgelistet; eine eigene Suchfunktion wurde nicht eingerichtet. Zur normalen Aufnahme sind oft weitere bildgebende Verfahren hinzugefügt. Verknüpft ist darüber hinaus eine Datenbank mit histologischen Bildern (http://tray.dermatology.uiowa.edu/DPT/Path-Index.htm), gedacht als "Tutorium" für dermatologische Pathologie. Die Bilder sind von hoher Qualität.

Österr. Ges. für Dermatologie und Venerologie: www.medacad.org/ogd.htm 

Hier gibt es ausschließlich Informationen zur Gesellschaft: Ernennungen, Preisträger, Stipendien, Kommissionen, Arbeitsgruppen und Kontaktadressen. Der Veranstaltungskalender ist nicht mehr "up-to-date". Darüber hinaus wird daran erinnert, dass auch die Wissenschaft eine politische Verantwortung inne hat. In einer Erklärung, die während der Turbulenzen der österreichischen Regierungsbildung im Februar 2000 verfasst wurde, findet sich ein Plädoyer für einen zivilisierten politischen Dialog und eine klare Verurteilung von Agitation, Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit etc.

Deutsche Dermatologische Gesellschaft: www.derma.de 

Brauchbare Homepage mit News aus der dermatologischen Fachpresse, Rezensionen zu neu erschienen Büchern sowie illustrierten und kommentierten Kasuistiken, welche die Universität Regensburg zur Verfügung gestellt hat (zu finden unter "Inhalt"). Das hauseigene Publikationsorgan "Der Hautarzt" ist ebenfalls online; die Beiträge sind bis 1994 als Abstract ins Netz gestellt worden. Für die Volltextversionen im PDF-Format sind Benutzername und Kennwort erforderlich. Erwähnenswert ist schließlich der Zugang zum Dermatologischen Diagnosekatalog mit ICD-9/ICD- 10-Schlüssel. Eine differenzierte Suchfunktion erleichtert hier das Suchen nach bestimmten Diagnosen.

European Academy of Dermatology and Venerology: www.eadw.org 

Diese Seite ist teilweise noch "under construction" oder - wie etwa bei der Liste der Veranstaltungen ersichtlich - nicht gerade oft aktualisiert. Zu finden ist eine Vorschau auf die Kongresse in München (Okt. 2001) und Prag (2002) sowie Information des hauseigenen Journals (JEADV). Leider sind die Beiträge nur im Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe aufgelistet und nicht als Abstract oder Volltext verfügbar. Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert, kann sich ein Antragsformular ausdrucken. Brauchbar ist vor allem die Liste mit den dermatologischen Links, die zu Universitäten, Fachgesellschaften, Journalen und krankheitsbezogenen Websites in Europa und der ganzen Welt weiterleiten.

Dermatology Online Journal: http://dermatology.cdlib.org/ 

Das für die internationale dermatologische "Community" konzipierte Online-Medium versammelt seit 1995 sämtliche Beiträge auf dieser Website. Die praktikable Suchfunktion ist zweigeteilt und erfasst nicht nur die Inhalte der einzelnen Ausgaben, sondern auch die Beiträge, Stellungnahmen und Kommentare im "Diskussionsarchiv". Zum Inhalt der einzelnen Ausgaben zählen vor allem Fallstudien (z.T. mit Online-Kommentaren), aber auch diagnostische, therapeutische, historische und informationstechnologische Aspekte kommen nicht zu kurz.

Psoriasis Genetics Laboratory: www.psoriasis.umich.edu 

Nur ca. ein Drittel aller Psoriasis-Patienten hat einen Verwandten, der ebenfalls von der Krankheit betroffen ist. Dies ist u.a. ein Grund, warum die genetischen Ursachen der Krankheit lange Zeit vernachlässigt worden sind. Obwohl diverse Umweltfaktoren wie Infektionen oder Stress eine wesentliche Rolle in der Ätiologie spielen, gibt es eine starke genetische Komponente. An der Universität Michigan läuft derzeit eine Familien-Studie, um jene Gene zu identifizieren, die an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind. Auf der eigens eingerichteten Website kann man sämtliche Informationen zum Forschungsprojekt, die entsprechenden Abstracts sowie Tabellen, Diagramme und Stammbäume im Detail einsehen. Darüber hinaus gibt es eine Sammlung jüngerer Forschungsarbeiten zur Genetik von Psoriasis.

Dr. Martin Tauss, Ärzte Woche 17/2001

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