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Dermatologie 14. Juli 2005

Spontane Abheilung ist häufig

Besonders häufig betroffen sind Kinder und Jugendliche mit atopischer Diathese. Bei Erwachsenen sind die Veränderungen meist auf den Genitalbereich beschränkt.

Die Rede ist von Mollusca contagiosa oder Dellwarzen, stecknadelkopf- bis pfefferkorngroßen Hautveränderungen, welche durch quaderförmige DNS-Viren, die zur Gruppe der Pockenviren gehören, hervorgerufen werden. Die gelblichen oder rötlichen, zentral eingedellten Papeln können in großer Zahl am gesamten Körper auftreten. Im Zentrum weisen die Knötchen eine kleine Öffnung auf, aus der sich bei Druck ein weißlicher Molluskumbrei entleert. Durch Sekundärinfektion können einzelne Warzen entzündlich verändert sein.

Histologisch entspricht das Molluscum contagiosum einem epithelialen Akanthom, das durch radiäre, dünne Bindegewebssepten einen läppchenförmigen Aufbau zeigt. Bereits bei schwacher mikroskopischer Vergrößerung erkennt man im Exprimat kernlose, homogene, epithelähnliche ovoide Gebilde, die als Molluskumkörperchen bezeichnet werden. Hierbei handelt es sich um virusbefallene Epidermiszellen. Aufgrund einer erhöhten Infektionsbereitschaft bei Immundefizienz entstehen bei HIV-Infizierten zahlreiche und besonders große Läsionen (Mollusca gigantea).

Autoinokulation

Bei einem Großteil der Patienten bilden sich Mollusca contagiosa zwar nach sechs bis neun Monaten spontan zurück, sie können aber auch drei bis vier Jahre bestehen. Die Notwendigkeit einer Behandlung ergibt sich aus dem Risiko der Autoinokulation und Heteroinokulation bei engem körperlichen Kontakt. Zur Therapie der Mollusca gibt es nur wenige kontrollierte Studien. Bei den meisten Mitteilungen handelt es sich um Einzelbeobachtungen. Die Behandlung hat das Ziel, die Läsionen chirurgisch oder pharmakologisch durch eine Epidermisschädigung zu beseitigen. Molluska sind besonders bei Kindern ein therapeutisches Problem, denn selbst nach sorgfältiger Entfernung in Kurznarkose kommt es gelegentlich zu ausgedehnten Rezidiven.

Quelle: Pädiatrie Hautnah 10/2000

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