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Dermatologie 30. Juni 2005

Analekzeme sind häufig

München. Übertriebene Hygiene, Intimsprays oder feuchtes Toilettenpapier sind immer häufiger die Ursache eines Analekzems. Selbst bedrucktes Toilettenpapier kann im Perianalbereich eine allergische Reaktion auslösen.

Feuchtes Toilettenpapier, das bis zu 25 verschiedene Inhaltsstoffe enthält, sollte nach Angaben von Prof. Dr. Volker Wienert aus Aachen keinesfalls dauerhaft verwendet werden. Alle Externa sollten sofort abgesetzt werden, wenn der Verdacht auf eine Kontaktallergie besteht. Bis zur endgültigen Diagnose könne Zinksalbe verordnet werden.

Das Analekzem, das sich meist zirkumanal und intraanal manifestiert, ist nach Aussage von Wienert nach den Blutungen die häufigste proktologische Erkrankung. Nur selten sei das Analekzem auf ein Segment der Perianalhaut beschränkt. Um die Diagnose eines Analekzems, bei dem mindestens drei Hauptformen unterschieden werden, stellen zu können, hält der Dermatologe stets eine anale Inspektion für erforderlich. Inkontinenz, anhaltendes Nässen bei Hämorrhoidal- oder Fistelleiden, Kondylome seien weitere häufige Ursachen eines irritativ-kumulativ-toxischen Analekzems. Die Therapie bei Analekzem besteht in der Sanierung des zugrunde liegenden proktologischen Leidens. Die Perianalregion ist außer Knie und Ellbeugen aber auch eine typische Prädilektionsstelle für das atopische Ekzem. Bei den allergischen Formen müsse auch an die Salben gedacht werden, die Patienten oft zunächst zur Selbstbehandlung einsetzen. Auch die oft verwendeten Kamillenbäder könnten allergische Reaktionen auslösen. 

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