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Dermatologie 30. Juni 2005

Kaltlicht-Therapie stoppt aktinische Keratose

Die photodynamische Therapie mit einem topischen Sensibilisator und rotem Kaltlicht hat sich ein Jahr nach der Zulassung bei der aktinischen Keratose zur Standardbehandlung durchgesetzt.

Bei der aktinischen Keratose oder auch dem hellen, unpigmentierten Hautkrebs als Präkanzerosen sowie bei oberflächlichen und nodulären Basalzellkarzinomen im Gesicht oder auf der Kopfhaut hat sich die photodynamische Therapie (PDT) mit Methyl-Amino-Oxo-Pentanoat (MAOP) und rotem Kaltlicht mittlerweile als gut erprobter und bevorzugter Therapiestandard etabliert. Diese Bilanz zieht Privatdozent Holger Petering, Dermatologe von der Nordseeklinik Norderney, aus Ergebnissen mehrerer Studien mit MAOP-haltigen Cremen und einer roten Kaltlichtquelle. Der Photosensibilisator MAOP reichert sich präzise und selektiv in Tumorzellen und Tumorvorläuferzellen an. Das belegten Fluoreszenz-diagnostische Aufnahmen der Läsionen, die im Woodlicht rot schimmerten. Gesunde Haut hingegen spiegeln solche Muster nicht wider. Die Patienten werden in zwei Sitzungen im Abstand von sieben Tagen behandelt. Die MAOP-haltige Creme zieht unter Okklusion in den Hauttumor ein, drei Stunden später wird das Areal sieben bis zehn Minuten belichtet. Das rote Kaltlicht mit einer Wellenlänge von 630 Nanometern zerstört nach Angaben von Petering ausschließlich die Tumorzellen und schont das normale Gewebe. Die Behandlung sei also sicher. Außer einer kurzzeitigen Krustenbildung etwa zwei bis drei Tage nach Therapie hat der Dermatologe keine unerwünschten Reaktionen oder Infektionen beobachtet.

Hilft auch bei Morbus Bowen

In Multicenterstudien mit insgesamt 1.277 Basaliom-Patienten und 792 an aktinischen Keratosen Erkrankten sind nach seiner Aussage Heilungsraten von jeweils etwa 90 Prozent erzielt worden. Für wichtig hält Petering außerdem das kosmetische Ergebnis, mit dem über 90 Prozent der Behandelten und Ärzte doch überaus zufrieden seien. Darüber hinaus bekräftigten sie in ihren Beurteilungen den Verjüngungsaspekt durch die Therapie. Erste Daten liegen jetzt auch für die Methode bei Morbus Bowen vor. In einer placebokontrollierten Studie mit 200 Morbus Bowen-Patienten betrug die Heilungsrate für die PDT mit MAOP 91 Prozent, für die Kryotherapie 87 und für das Zytostatikum 5-Fluoruracil 81 Prozent. 94 Prozent der Patienten waren mit dem PDT-Verfahren gut bis sehr gut zufrieden. Eine Indikationserweiterung für die Photodynamische Therapie bezüglich dem Morbus Bowen wird noch dieses Jahr erwartet.

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