zur Navigation zum Inhalt
© Michael Kempf / fotolia.com
Dermatitis an den Händen kann zu Problemen bei der Security führen.
 
Dermatologie 24. Jänner 2013

Wenn der Scanner den Fingerabdruck nicht mehr erkennt

Bei Handdermatitis können die Papillarleisten im Laufe der Erkrankung verändert werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Individuen den gleichen Fingerabdruck haben, liegt bei 1:64 Milliarden. Da sich das einzigartige Muster im Lauf der Zeit normalerweise nicht verändert, bietet es eine hervorragende Möglichkeit für eine biometrische Identifizierung. Wäre da nicht die Handdermatitis, die bis zu 15 Prozent der Menschen irgendwann in ihrem Leben heimsucht. Wie stark sich diese Erkrankung auf die Verifizierbarkeit des Fingerabdrucks auswirkt, haben Wissenschaftler aus Malaysia untersucht.

Bei 49 Prozent der untersuchten Ekzempatienten gab es Probleme mit der Verifizierung an einem Daumen, bei 27 Prozent stimmte keiner der beiden Abdrücke mit den gespeicherten Daten überein. In der Kontrollgruppe ohne Handdermatitis trat dieses Phänomen dagegen nur bei sieben Prozent bzw. zwei Prozent der Probanden auf.

Im Rahmen der Fall-Kontroll-Studie wurde die Wiedererkennbarkeit von Daumenabdrücken überprüft. Hierzu wurden die Ergebnisse von 100 Patienten mit einer Handdermatitis, bei denen die Endglieder beider Daumen betroffen waren, mit den Erfolgsquoten von 100 passenden Kontrollen verglichen.

Der Schweregrad des Ekzems wurde nach dem Hand Eczema Severity Index (HECSI 0–360) festgelegt. Am häufigsten bestand in der Ekzemgruppe ein Erythem oder eine Schuppung. Den meisten Probanden wurde eine allergische Kontaktdermatitis attestiert, einigen eine irritative Kontaktdermatitis, eine atopische, endogene oder unspezifi-sche Dermatitis. Das Ekzem von überwiegend niedrigem Schweregrad bestand im Mittel bereits 52 Monate.

Jeder dritte Ekzempatient hat nicht verifizierbare Abdrücke

Jeder dritte Ekzempatient war zuvor schon einmal aufgefallen, weil sein Fingerabdruck nicht verifiziert werden konnte, etwa bei einer Einreise in ein Land oder am Bankschalter. Im Rahmen der Studie wurde der Fingerabdruck über ein optisches Sensor-System mit dem gespeicherten Abdruck im Ausweis verglichen. Unter den Probanden mit nicht verifizierbaren Abdrücken war der mittlere Schweregrad der Erkrankung signifikant höher als bei denen mit Übereinstimmung (HECSI-Score 30,9 versus 18,7).

Häufigste Gründe für einen nicht verifizierbaren Fingerabdruck waren verschiedene Formen einer Dystrophie oder ungewöhnlich breite oder lange Furchen. Diese abnormalen „weißen Linien“ entstehen etwa durch Fissuren und Faltenbildung der Haut.

Quelle: springermedizin.de

Originalpublikation: Chew Kek Lee et al. Fingerprint Changes and Verification Failure Among Patients With Hand Dermatitis. Arch Dermatol. 2012;():1–6. doi:10.1001/jamadermatol.2013.1425

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben