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Bei Zementarbeiten ist Vorsicht angebracht.
 
Dermatologie 11. Oktober 2012

Zementbrand bei Heimwerkern

Viele wissen nicht, dass nasser Zement ätzend ist.

Der Zementbrand ist ein häufiger Grund für ein schweres irritatives Kontaktekzem. Betroffen sind vor allem sorglose Heimwerker, die nicht wissen, wie ätzend Zement sein kann.

Wenn der Hautarzt die ringförmigen, schwarzroten nekrotischen Flächen um die Knie sieht, dann erübrigen sich meist sämtliche Fragen: Hier hat jemand zu Hause selbst den Estrich verlegt. Dabei wurde stundenlang ohne Schutzkleidung auf dem Garagenboden im nassen Zement gekniet. So ähnlich geschehen ist dies bei elf Heimwerkern, die mit schwerem Zementbrand in die Würzburger Uniklinik eingewiesen wurden. Alle waren Häuslebauer und wollten sich die Handwerker für den Garagenboden sparen.

Auf diese häufige Ursache eines schweren irritativen Kontaktekzems haben Dermatologen um Dr. Heiko Poppe von der Universitätshautklinik in Würzburg hingewiesen. Sie hatten sich Ursache und Verlauf von akuten Kontaktekzemen bei 54 Patienten genauer angesehen, die in der Uniklinik behandelt wurden. Am häufigsten war dabei nasser Zement Ursache der Beschwerden (11 Patienten). Es folgten topische Arzneien, etwa antiseptische Präparate, die unter Bandagen geschmiert wurden (10 Patienten), Desinfektionsmittel (8 Patienten), biologische Flüssigkeiten, etwa Harn bei Inkontinenzpatienten (7 Patienten) sowie Lösungsmittel (6 Patienten). Nasser Zement war dabei nicht nur die häufigste Ursache für die Beschwerden, sondern auch das einzige Agens, das schwere Grad-IV-Verbrennungen herbeiführte. Solche Gewebezerstörungen mit Nekrosen und Ulzeration wurden bei allen elf Zementbrandpatienten beobachtet, aber bei keinem der anderen Patienten.

Unterschätzte Gefahr

Die Gefahr durch nassen Zement, so die Studienautoren, wird gerade von Heimwerkern häufig unterschätzt. Im Gegensatz zu professionellen Handwerken, die im Umgang mit dem Material geschult sind und Schutzkleidung tragen, wissen Heimwerker oft nicht, wie ätzend Zement sein kann. Bekannt sei, so Poppe und Mitarbeiter, dass alkalische Mittel die Haut oft viel tiefer und schwerer schädigen als Säure. Zudem verursachen alkalische Substanzen nicht so schnell Schmerzen, sodass den Betroffenen erst die Knie anfangen zu brennen, wenn es zu spät ist. Aus diesen Gründen komme es nicht selten zu schweren nekrotischen Schäden.

Bei den elf Patienten mit Zementbrand begannen die Symptome mit Hautrötungen und einem brennenden Gefühl meist vier bis acht Stunden nach Exposition. Einen Dermatologen suchten die Heimwerker allerdings erst nach ein bis drei Tagen auf, weil sie den Symptomen zunächst wenig Beachtung schenkten.

Zur ersten Hilfe bei Zementbrand empfehlen die Dermatologen eine gründliche Reinigung von jeglichen Zementresten mit Wasser, gegebenenfalls mit einprozentiger Essigsäure, wobei hier allerdings die Gefahr einer weiteren Hautreizung besteht. Bei einem fortgeschrittenen Zementbrand geben die Ärzte einer antiseptischen und kühlenden topischen Behandlung den Vorzug und raten zugleich von topischen Antibiotika, wegen der Resistenzgefahr, ab.

Quelle: www.springermedizin.de

basierend auf: Poppe H. et al. Do-it-yourself cement work: the main cause of severe irritant contact dermatitis requiring hospitalization. Contact Dermatitis 2012; online: 20. August 2012; doi: 10.1111/j.1600-0536.2012. 02156.x

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