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Dermatologie 17. September 2012

Juckreiz bei Schwangeren richtig zuordnen

Eine Schwangere mit Pruritus, aber ohne primäre Hautveränderungen leidet höchstwahrscheinlich an einer intrahepatischen Schwangerschaftscholestase.

Das ist die Conclusio Privatdozentin Dr. Christina M. Ambros von Rudolph von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie der Medizinischen Universität Graz, die mit ihrer Arbeitsgruppe relevante klinische und epidemiologische Kennzeichen der intrahepatischen Schwangerschaftscholestase und dreier weiterer Schwangerschaftsdermatosen identifiziert hat.

 

„Bei der intrahepatischen Schwangerschaftscholestase sind die Gallensäuren im Serum über 11μmol/l erhöht – ab etwa 40μmol/l steigt das Risiko für Früh- und Totgeburten sprunghaft an“, so Ambros-Rudolph.

Die (Off-label-) Therapie mit Ursodesoxycholsäure und wöchentliche Kontroll-Kardiotokogramme ab der 34. Schwangerschaftswoche minimierten die Gefahr für den Fötus. Rezidive in Folgeschwangerschaften sind sehr häufig. Die drei anderen typischen Schwangerschaftsdermatosen seien eher Einzelereignisse und stellten kaum Gefahr für den Fötus dar, so Ambros-Rudolph. Für das Schwangerschaftspemphigoid (PG) seien vesikulo-bullöse Läsionen auf urtikariellen Erythemen typisch.

Bei der polymorphen Schwangerschaftsdermatose (PEP) gehen papulo-urtikarielle Läsionen von den Striae distensae aus; die Nabelregion bleibt ausgespart. „PG und PEP sind fast immer abdominal lokalisiert und beginnen meist nach dem dritten Trimester oder postpartal. PEP betrifft meist Erstgebärende, und jede sechste der Patientinnen mit PEP erwartet Mehrlinge.“

Eine atopische Schwangerschaftsdermatose (AEP) tritt in drei Vierteln der Fälle vor dem dritten Trimenon auf – keineswegs nur bei Atopikerinnen. Hier sind oft Stamm und Extremitäten befallen. Therapie bei AEP, PEP und PG sind Steroide oder Antihistaminika. Frauen mit PG werden außerdem mit Immunapherese behandelt, Schwangere mit AEP mit Basistherapeutika und/oder UV-B-Licht.

 

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