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Foto: MedCommunications
Prof. Dr. Kornelia Böhler-Sommeregger Klinische Abteilung für Allgemeine Dermatologie Universitätsklinik für Dermatologie Medizinische Universität Wien

EVLA: endovenous laser ablation; RFA: radiofrequency ablation; UGFS: ultrasound-guided foam sclerotherapy

 
Dermatologie 31. Mai 2012

Varizenbehandlung

Stripping kann in vielen Fällen ersetzt werden

Im letzten Jahrzehnt verzeichnen wir eine Zunahme effektiver Therapiemodalitäten, die eine wesentlich individuellere Therapie der Varikose ermöglichen.

Unter dem Begriff Varizen wird eine Vielzahl von unterschiedlichen Erscheinungsbildern zusammengefasst, deren Bedeutung von kosmetisch beeinträchtigend bis nachhaltig gesundheitsstörend reicht.

Im letzten Jahrzehnt können wir eine deutliche Zunahme effektiver Therapiemodalitäten verzeichnen. Das bedeutet nicht, dass das konventionelle Stripping völlig überkommen ist, aber mit der zunehmend ausgereifteren Technik minimal invasiver Therapiemodalitäten kann das Stripping in vielen Fällen durch endoluminale Therapieformen ersetzt werden.

Es ist vor allem der technischen Weiterentwicklung der Katheterspitzen zu danken, dass die endovenöse Radiowellentherapie (Closure Fast®) und endovenöse Lasertherapie (ELVeS®) zu einer gleichmäßigen radiären Schädigung der Gefäßwand führen, die Voraussetzung für eine nachhaltige Therapie ist. Während das Absorptionsmaximum für endovenöse Laser früher im Bereich des Hämoglobins lag, haben die heutigen Laser ihr Maximum im Bereich von Wasser. Der direkte Angriffspunkt ist jetzt die Gefäßwand und nicht das intravasale Blut.

Die postoperativen Maßnahmen sind bei allen operativen Methoden im Wesentlichen gleich, allerdings ist die Schmerzbelastung bei den endoluminalen Verfahren deutlich geringer, die Behandlungskosten aber höher. Dadurch können krankheitsbedingte Ausfallzeiten eingeschränkt werden. Die Entwicklung endoluminaler Verfahren ist sicher noch nicht abgeschlossen, derzeit wird der Einsatz von heißem Wasserdampf mit großem Erfolg geprobt. Bestens etabliert hat sich die Schaumverödung. Unterstützt durch die Duplexsonographie, kann Aethoxysklerolschaum Ultraschall-gestützt in insuffiziente Stammvenen eingespritzt werden, was in vielen Fällen zu einem dauerhaften Verschluss der behandelten Venen führt.

Unverändert eine Domäne der Verödungstherapie mit Schaum oder flüssig sind Seitenast-, retikuläre und Besenreiservarizen. Nachteiliger Effekt der Verödung ist eine oft hartnäckige Pigmentierung. In der Behandlung der Stammvarizen ist die Nachhaltigkeit der Schaumverödung deutlich geringer als bei endoluminalen operative Verfahren und konventionellem Stripping (Tab. 1).

Der Originalartikel ist erschienen im Magazin WMW-Skriptum 11/2011 © Springer-VerlagKornelia Böhler-Sommeregger, Wien

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