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Foto: Medcommunications
Prof. Dr. Daisy Kopera Universitätsklinik für Dermatologie Medizinische Universität Graz

Abb. 1: Sogenannte „Altersflecken.

Abb. 2: Hämangiom an der Lippe.

Abb. 3: Hämangiom vor und nach Laserbehandlung.

Abb. 4: Tätowierung vor und nach zehn Laserbehandlungen.

 
Dermatologie 31. Mai 2012

Photobiologie

Laser ist nicht gleich Laser

Zwischen Laser und Laser muss sehr spezifisch unterschieden werden, da ihre Wirkung am Gewebe vor allem von der Wellenlänge abhängt. Selbst wenn es einfach aussieht: Erfahrung spielt eine enorme Rolle, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.

Genau genommen ist Laser-Wirkung physikalisch sonnenklar: nämlich „light amplification by stimulated emission of radiation“, d. h. durch Energiezufuhr wird ein Stoff dazu angeregt, Licht einer bestimmten, für ihn typischen, Wellenlänge auszusenden.

Fachwissen erforderlich

Die medizinische Anwendung von Laserlicht ist etwas sehr Spezifisches, das zur Behandlung von Krankheiten und für ästhetische Verbesserungen viel Fachwissen erfordert.

Man muss sehr spezifisch unterscheiden zwischen Laser und Laser, da ihre Wirkung am Gewebe vor allem von der Wellenlänge abhängt, vgl. Infrarotlaser und Farblichtlaser, aber auch von der Einwirkzeit, ob es sich um sehr kurze (Nanosekunden, ns) oder längere (Mikrosekunden, Millisekunden, bis kontinuierlich) Laserimpulse handelt, denn so kann man selektiv, ablativ, fraktioniert, koagulierend oder stimulierend auf bestimmte Strukturen einwirken. Damit tut sich ein Varietätenreichtum auf, der dazu verleitet verwirrt zu sein, wenn man nicht wirklich mit der Materie befasst ist.

Das Prinzip ist einfach: Laserlicht wandelt sich in Hitze um, und diese Hitze zerstört/schädigt abhängig von der Wellenlänge eine spezifische Zielstruktur selektiv.

Farblichtlaser

400 nm bis 800 nm, das ist der Bereich des sichtbaren Lichts. Alle Lasersysteme, die in diesem Bereich emittieren, gehören dazu. Das sind KTP (532 nm), FPDL- (= Farbstofflaser) 585 nm, 595 nm, Rubin-(694 nm), Alexandrit-(755 nm) und Diodenlaser (800 nm, 810 nm).

Mit diesen Lasersystemen kann man spezifisch alle komplementärfärbigen Strukturen ohne wesentlichen Kollateralschaden schädigen/zerstören. Das mag einerseits die Koagulation von oberflächlichen Blutgefäßen sein oder die Entfernung von Pigmenten – bei Tätowierungen künstlich eingebrachte Pigmente, bei aktinischen Lentigines (Altersflecken) vermehrt eingelagerte Melaningranula.

Während zur Entfernung der Lentigines meist nur eine einzige Behandlung ausreicht, sind zur Entfernung einer blauschwarzen Tätowierung etwa zehn bis 15 Behandlungen erforderlich. Zwischen den Behandlungen soll eine Mindestabstandsdauer von vier Wochen eingehalten werden (Abb. 1–4).

Infrarotlaser

Infrarotlaser emittieren infrarotes Licht. Dieses Laserlicht wird von Gewebswasser absorbiert, dabei entsteht Hitze. Diese Hitze zerstört eher wenig selektiv bestimmte Strukturen. Dies kann koagulierend oder ablativ wirken, je nach dem, welche Energie und welche Einwirkzeit man einsetzt. Mit dem Kohlendioxidlaser (10.600 nm) oder dem Erbium-YAG-Laser (2930 nm) kann oberflächlich abgetragen werden. Dabei werden durch die Hitzewirkung oberflächliche Hautschichten rückstandslos abgetragen.

 

Da Laserlicht Gewebe zerstört, ist eine histologische Untersuchung der Läsion nach der Behandlung nicht mehr möglich.

 

Anwendung findet das in der Oberflächen-„Erneuerung“ (Resurfacing) zum Beispiel in der Behandlung von Aknenarben und in der Behandlung von altersbedingten Falten zur „Verjüngung“ (Rejuvenation). Viele weitere Indikationen können mit entsprechender Erfahrung mit diesen Lasersystemen erfolgreich behandelt werden. Wem das Resurfacing zu agressiv ist, der kann die Hautoberfläche schonender und ohne lange Rekonvaleszenzphase mit fraktioniertem Laserlicht behandeln.

Mit dem Neodym-Yag-Laser, einem Infrarotlaser aus dem nahen Infrarotbereich (1.064 nm), können vor allem blutgefäßreiche, dickere Läsionen behandelt werden (Hämangiome, Besenreiser).

Benutzerabhängigkeit der Behandlungsergebnisse

Da Laserlicht Gewebe zerstört, ist eine histologische Untersuchung der behandelten Läsion nach der Behandlung nicht mehr möglich. Diese sollte, wenn erforderlich, vor der Laseranwendung erfolgen oder, wenn man sich über die Dignität einer Läsion nicht sicher ist, sollte auf die Anwendung von Laserlicht zu deren Behandlung verzichtet werden. Wie bei vielen medizinischen Behandlungsmethoden gilt auch für die Anwendung von Laserlicht: Die Methode ist nur so gut wie der/die sie anwendet, sprich: selbst wenn es einfach aussieht, Erfahrung spielt eine enorme Rolle, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.

Wichtig ist es auch, die Erwartungshaltung der PatientInnen durch eine sorgfältige Aufklärung vor der Therapie realistisch zu halten.

 

Der Originalartikel ist erschienen im Magazin WMW-Skriptum 11/2011 © Springer-Verlag Daisy Kopera, Graz

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