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Die Haut sollte beim Sonnenbaden grundsätzlich gut geschützt werden.
 
Dermatologie 30. Mai 2012

Von der Sonne gezeichnet

Auf dem Rücken sind lichtbedingte Hautschäden besonders gefährlich und erhöhen das Risiko für ein Melanom.

Lichtbedingte Hautschäden zeigen ein erhöhtes Melanomrisiko an. Finden sich die Spuren der übermäßigen Sonnenexposition auf dem Rücken, ist das im Hinblick auf das Melanomrisiko bedenklicher als eine Lokalisation auf Gesicht oder Händen.

 

Schäden an der Haut durch UV-Strahlen können auch nach Jahren zur Entstehung eines malignen Melanoms führen. Vor allem lichtexponierte Regionen des Körpers wie das Gesicht und der Handrücken gelten deshalb als gefährdet. Doch nun stellte sich in einer Studie heraus, dass aktinische Veränderungen in Form von Sommersprossen, Falten und Altersflecken auf dem Rücken als Risikofaktoren für ein Melanom sogar bedeutender sind als Hauttyp oder Haarfarbe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Fall-Kontroll-Studie, die Dermatologen der Universität Wien durchgeführt haben (Wendt J. et al. Site-dependent actinic skin damage as risk factor for melanoma in a central European population. Pigment Cell & Melanoma Research 2012).

Die Ärzte hatten das Vorhandensein von Risikofaktoren bei 934 Melanompatienten und 1.053 Kontrollpersonen verglichen. Bei den Tumoren, die in der Hälfte der Fälle am Körperstamm aufgetreten waren, handelte es sich hauptsächlich um oberflächlich spreitende Melanome, gefolgt von nodulären und Lentigo-maligna-Melanomen.

Sind Sonnenbäder gefährlicher als konstante Lichtexposition?

Alle drei Zeichen sonnenbedingter Hautschäden, egal ob an Händen, Gesicht oder Rücken, gingen mit einer erhöhten Melanomrate einher. Am stärksten ausgeprägt war der Zusammenhang, wenn der Rücken davon betroffen war. Auch wenn Hauttyp und Haarfarbe berücksichtigt wurden, waren Sommersprossen, Falten und Lentigines solares auf dem Rücken Zeichen für ein erhöhtes Melanomrisiko. Die Studienautoren sehen darin einen Hinweis, dass unregelmäßige Sonnenbäder möglicherweise gefährlicher sind als eine konstante Exposition, wie sie an Gesicht und Händen erfolgt. Indem man die Wachsamkeit der Patienten für diese Warnsignale schärfe, könne man möglicherweise auf die Vermeidung von riskanter UV-Exposition hinwirken.

Als weitere unabhängige Risikofaktoren für ein Melanom erwiesen sich in der Analyse eine starke Neigung zu Sonnenbrand, rote oder blonde Haarfarbe und mindestens zehn Sonnenbrände in der Anamnese. Patienten zu fragen, wie leicht ihre Haut verbrennt, war in Bezug auf das Melanomrisiko sogar informativer als die aufwendigere Bestimmung ihres Hauttyps.

 

springermedizin.de/bs, Ärzte Woche 22 /2012

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