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Dermatologie 7. Februar 2012

Pruricebo-Effekt?

Jucken ist übertragbar

Studie belegt: Eine Person, die sich kratzt, verursacht Juckreiz beim Betrachter.

25 Probanden sahen nach der Applikation von Histamin oder Kochsalzlösung in den Unterarm entweder ein Video, in dem sich jemand am Arm kratzte, oder eines, in dem diese Person bewegungslos dasaß. Elf Probanden litten an Neurodermatitis, die anderen hatten keine Hauterkrankung.

Bei Atopikern verstärkte das Video mit der sich kratzenden Person den Juckreiz: Selbst wenn sie nur Kochsalzlösung erhalten hatten, erhöhte sich der Reiz auf einer visuellen Analogskala von 0,82 auf 2,51. Sie kratzten sich doppelt so lang wie beim Betrachten des neutralen Videos. In der Kontrollgruppe zeigte sich dieser Effekt nur schwach.

Bei den Dermatitis-Patienten mit Histaminstimulus verdoppelte sich die Kratzzeit, wenn sie den kratzenden Menschen betrachteten. Die Autoren meinen, die Aktivität von Spiegelneuronen im präfrontalen Kortex könnte hier von Bedeutung sein. Alternativ wäre ein Nocebo- oder „Pruricebo“-Effekt möglich, bei dem afferente Impulse, die gar nicht mit Juckreiz in Zusammenhang stehen, fehlinterpretiert werden.

Quelle: Papoiu, A. et a.: BJD 2011; 164: 1299–1903

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