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Dermatologie 8. Februar 2012

Weniger Verbrennungen bei Kindern und Jugendlichen

Aufklärung und besserer Lebensstandard tragen Früchte

In Kärnten wurden an der 30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV) aktuelle Forschungsarbeiten vorgestellt.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, welche mit Verbrennungen stationär aufgenommen werden müssen, ist in den letzten 25 Jahren um die Hälfte gesunken. Dieser Rückgang ist gemäß einer Aussendung der MedUni Graz europaweit zu beobachten. In der Brandverletzteneinheit der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Graz werden jährlich 40 bis 60 Kinder mit großflächigen Verbrennungen stationär behandelt. Es wurde beobachtet, dass auch die Schwere der Verbrennungen, die durch die Ausdehnung und Tiefe der Verletzung bestimmt wird, in den letzten Jahren gesunken ist. Die Zahl der ambulanten Patienten ist hingegen über die Jahre hinweg gleich geblieben. Vorwiegend handelt es sich um Kleinkinder zwischen dem ersten und vierten Lebensjahr. 80 Prozent davon kommen wegen Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten ins Krankenhaus. Der Rückgang der schweren Brandverletzungen ist auf bessere Aufklärungsarbeit und Veränderungen des Lebensstandards (z. B. Thermostat im Bad etc.) zurückzuführen.

Die Grazer Brandverletzteneinheit wird von Prof. Dr. Marija Trop geleitet und ist die einzige solche Einrichtung, die sich auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert hat: Im so genannten Burn-Team arbeiten Verbrennungsspezialisten, Pädiater, Plastische Chirurgen, Anästhesisten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Psychologen eng zusammen.

Weiters wurde an der DAV-Tagung in Kärnten ein Projekt vorgestellt, in dem Grazer Forscher herausfinden wollen, welche Auswirkungen Silber als Bestandteil von Wundverbänden auf die Organe langfristig hat. Ein weiterer Hot-Spot der Forschung ist die Züchtung eigener Haut zur Transplantation nach Brandverletzungen. An der Tagung wurde auch ein Gerät zur elektrischen Impedanztomografie vorgestellt, das bei Inhalationstraumata unterschiedlich belüftete Lungenabschnitte sichtbar macht.

Die Tagung wurde von der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung und der MedUni Graz unter der Leitung von Prof. Trop und Prof. Dr. Michael Schintler (Klinische Abteilung für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie, MedUni Graz) organisiert.

MedUni Graz/PH, hautnah 1/2012

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