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Dermatologie 12. Februar 2012

Fallbericht: Konnubialer Haarausfall

Eine 52-jährige Frau, die plötzlich Geheimratsecken und eine Tonsur entwickelte, stellte ihre Ärzte zunächst vor ein Rätsel, zumal kein hormonbildender Tumor vorlag.

Der plötzliche Beginn der Symptomatik, der negative Zupf-Test und das charakteristische Muster des Haarausfalls brachten die Ärzte der konsultierten Hautklinik auf eine Idee: Sie leiteten eine ausführliche Laboruntersuchung in die Wege – und fanden im Blut der Patientin extrem erhöhte Testosteronwerte (146 ng/dl).

Des Rätsels Lösung: Zur Behandlung seines Hypogonadismus hatte der Ehegatte eine Testosteroncreme verschrieben bekommen. Den Anweisungen seines Arztes folgend hatte der Mann die Creme einmal täglich auf den Oberarm aufgetragen, ohne zu bedenken, dass der Wirkstoff von dieser exponierten Stelle aus leicht auf die Gattin übertragen werden konnte, durch direkten Hautkontakt, über gemeinsam benutzte Handtücher oder Bettwäsche.

Die Frau erhielt zur Behandlung ihres androgenetisch bedingten Haarausfalls Minoxidil; ihrem Ehemann wurde nahegelegt, das Testosterongel an einer weniger exponierten Stelle aufzutragen.

 

Quelle: Lattouf, C. et al.: Archives of Dermatology 2011;147(11):1329–30

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