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Foto: SpringerMedizin.de
Stiftungsgründerin Dr. Nicole Brandl, eingerahmt von DSK-Schirmherr Prof. Dr. Dr. Johannes Ring (links) und DSK-Botschafter Sky du Mont
Foto: Zinner

Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer fordert eine intensivere Zusammenarbeit zum Wohle der Kinder.

 
Dermatologie 2. Oktober 2011

Kinderhaut braucht besondere Aufmerksamkeit

Die Schnittstelle zwischen Dermatologie und Pädiatrie soll intensiviert werden

Eine gute Zusammenarbeit von Pädiatrie und Dermatologie ist gefragt, wenn Hautkrankheiten bei Kindern auftreten. Um diese zu verbessern, wurde in Deutschland eine neue Stiftung Kinderdermatologie ins Leben gerufen. Auch in Österreich wird die Interdisziplinarität zwischen den beiden Fächern gestärkt: Heuer fand bereits der 2. Kinderhauttag in Wien statt.

Angeborene Hautkrankheiten zeigen sich oft im Kindesalter zum ersten Mal, andere manifestieren sich beim Kind häufiger oder anders als beim Erwachsenen. Gute Gründe, der Schnittstelle zwischen Pädiatrie und Dermatologie besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Die Münchner Hautärztin Dr. Nicole Brandl ist aktiv geworden und hat die Deutsche Stiftung Kinderdermatologie (DSK) ins Leben gerufen. Im März 2011 stellte sie ihr Projekt in einer Pressekonferenz erstmals vor: „Kinder benötigen spezielle Therapien und Schulungen, mehr Forschung und sozialverträgliche Versorgungsstrukturen“, so ihr Credo. Mit an Bord sind prominente Vertreter aus Pädiatrie und Dermatologie. Prof. DDr. Johannes Ring, Hautklinik der TU München, stellte als Schirmherr der Stiftung deren Förderprogramm vor: „Das Programm zielt darauf ab, die in weiten Teilen Deutschlands ungenügende dermatologische Versorgungslage von hautkranken Kindern und Jugendlichen sowie deren Angehöriger nachhaltig zu verbessern.“ Die Stiftungsarbeit beinhaltet dabei die Etablierung von Schulungsprogrammen sowie die Förderung von Lehr- und Forschungsvorhaben – etwa zur Entwicklung spezifischer Behandlungsformen, zur Validierung von Off-Label-Therapien oder zur Sammlung epidemiologischer Daten.

Geplant sind außerdem interdisziplinäre Fortbildungsveranstaltungen. „Neue Therapieformen und diagnostische Möglichkeiten erreichen die kleinen Patienten nicht, wenn dieses Wissen nicht verbreitet wird“, sagte PD Dr. Christina Schnopp von der Universitätshautklinik der TU München. Der Aufbau von Zentren für Kinder- und Jugenddermatologie ist das Fernziel. Als ersten prominenten Botschafter konnte die DSK den Schauspieler Sky du Mont gewinnen.

Unterstützung dringend notwendig

Für Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer, Leiterin der dermatologischen Abteilung des SMZ-Ost, Donauspital, in Wien und Leiterin der Arbeitsgruppe Pädiatrische Dermatologie der ÖGDV, ist die Gründung dieser Stiftung auch ein Hinweis dafür, wie wichtig die Kinderdermatologie ist. Wie sie in einem Themen-Beitrag anlässlich des 2. Kinderhauttags im Wiener Billrothhaus erklärte, muss auch die Forschung in diesem Bereich gefördert werden: „Wenn man die wissenschaftliche Literatur ansieht, dann findet man, mit Ausnahme von Erbkrankheiten sehr wenig wissenschaftliche Literatur, hauptsächlich klinische Fallberichte, die natürlich nicht eine kontinuierliche, wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema Kinderdermatologie bedeuten.“1 Nicht zu vergessen sei auch, dass Hauterkrankungen unter Kindergarten- oder Schulkindern stigmatisierend wirken und Folgen einer Traumatisierung bis ins Erwachsenenalter fortbestehen können, wie im genannten Beitrag weiter ausgeführt wird. Gerade im niedergelassenen Bereich sei es wichtig, Kinderärzte dabei zu unterstützen, den Zugang zu dermatologischen Informationen oder zu Hautärzten, mit denen sie kooperieren können, zu intensivieren. Des weiteren sei die Unterstützung durch Industrie, öffentliche Stellen und durch die Fachgesellschaften dringend vonnöten, um Forschung, Expertenvorträge und Schulungen zu ermöglichen.

1 Kinderdermatologie - medizinischer Fortschritt durch Interdisziplinarität (www.billrothhaus.at)

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