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Vom Hautbild auf die Persönlichkeit geschlossen.
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Dr. Maria J. Rueda tritt für Aufklärung ein: „Akne kann mit ärztlicher Hilfe erfolgreich behandelt werden.“

 
Dermatologie 12. Mai 2011

Was Jugendliche für eine klare Haut geben würden

Eine Umfrage zeigt die emotionale und psychische Belastung von Teenagern mit Akne

Bei der Pressekonferenz Stop Stress on Skin (SOS) der EADV (European Academy of Dermatology and Venereology) machte Dr. Maria J. Rueda vom französischen St. Louis Hospital Paris auf den Leidensdruck der jungen Aknepatienten aufmerksam.

Millionen von Fotos werden täglich auf Internetseiten wie Facebook oder Flickr hochgeladen. Die Auswirkungen, die eine Hauterkrankung wie die Akne in diesem Zusammenhang auf das Leben von Teenagern hat, werden wahrscheinlich noch unterschätzt.

Dr. Rueda berichtete über eine groß angelegte Umfrage, bei der ermittelt wurde, welche Persönlichkeitsmerkmale Jugendlichen zugeschrieben werden, je nachdem, ob sie eine gesunde Haut oder Akne haben. Den Befragten wurden Fotos von Jugendlichen gezeigt, wobei auf manchen Bildern eine „Akne“ dazuretuschiert worden war.

Jugendliche mit Akne wurden von Gleichaltrigen häufiger als scheu eingeschätzt (39% gegenüber 27%), als Sonderlinge (31% gegenüber 17%) und als einsam (23% gegenüber 13%).

Als Anführer wurden eher Teenager mit klarer Haut gesehen (49% gegenüber 29%). Wer eine gesunde Haut hatte, wurde auch als selbstbewusster wahrgenommen (42% vs. 25%), darüber hinaus als glücklich (50% gegenüber 35%) und intelligent (44% gegenüber 38%). Jugendlichen ohne Akne wurde auch unterstellt, mehr Spaß zu haben (40% gegenüber 28%).

56 Prozent der Erwachsenen, denen die Bilder gezeigt worden waren, vermuteten, dass diejenigen Jugendlichen mit Akne eher ausgegrenzt werden. Nur 29 Prozent der Erwachsenen sahen diejenigen mit makelloser Haut als Mobbingopfer. Ein Ferialpraktikum hätten sie den Teenagern mit Pickeln seltener angeboten (62% gegenüber 79%), als Babysitter hätten sie sie seltener engagiert (54% gegenüber 44%).

Schließlich berichtete Rueda auch von einer Befragung der Betroffenen. Sie wurden gefragt, was sie dafür geben würden, von ihrer Akne für immer befreit zu sein: 59 Prozent würden dafür ein Jahr lang Facebook nicht nutzen. 30 Prozent würden ebenso lange auf Rendezvous verzichten. 13 Prozent würden sogar mit ihrem Vater oder ihrer Mutter zum Abschlussball gehen. Elf Prozent würden einen schlechteren Notendurchschnitt in Kauf nehmen.

Die Ergebnisse dieser Umfrage geben darüber Aufschluss, wie sehr Akne den ersten Eindruck, den Teenager erzeugen, beeinflusst. „Akne hat emotionale und psychologische Folgen“, so Rueda. „Es ist daher notwendig, das Bewusstsein für diesen medizinischen Zustand zu schärfen, über Ursachen und Behandlung aufzuklären und, was das Wichtigste ist, darüber aufklären, dass Akne mit ärztlicher Hilfe erfolgreich behandelt werden kann.“

Quelle: EADV

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