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© Welldone Werbeagentur/APA-Fotoservice/Preiss
Die von Psoriasis betroffene Jeanette Ludwig, Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer, Moderatorin Barbara van Melle, Mag. Dr. Eva Lehner-Baumgartner (v. l. n. r.). Die Gemälde stellen die gepeinigte Haut dar.
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In der Wiener U-Bahnstation Schottentor wurde am Welt-Psoriasistag publikumswirksam vorgetanzt, wie Berührungsängste überwunden werden können.

 
Dermatologie 10. November 2010

Mehr Unterstützung für junge Menschen mit Psoriasis

Warum am Welt-Psoriasistag an einem ungewöhnlichen Platz getanzt wurde

Am Welt-Psoriasistag am 29. Oktober informierten die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) gemeinsam mit der Selbsthilfegruppe PSO Austria über die Erkrankung. Mit dem Awarness-Event „Zum aus der Haut fahren“ wurde auf die Bedürfnisse betroffener Jugendlicher aufmerksam gemacht. Die ÖGDV fordert den Ausbau von Patientenschulungen und die Etablierung eines Patientenregisters.

Durch ein großes Angebot an unterschiedlichen Lokal- und systemischen Therapien kann die Psoriasis gelindert und eine langfristige Erscheinungsfreiheit erzielt werden. „Neben der Therapiebegleitung durch den behandelnden Dermatologen sollte, besonders bei chronischen Verlaufsformen, eine regelmäßige psychologische Betreuung in Betracht gezogen werden“, mahnte Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer, Vorstand der Dermatologischen Abteilung am Wiener SMZ Ost, Donauspital. „Durch die Wechselbeziehung zwischen Haut und Psyche kann sich eine emotionale Entlastung positiv auf das Hautbild auswirken.“

Wie eine vor kurzem durchgeführte Umfrage unter Psoriasis-Betroffenen ergeben hat, steht das psychische Befinden besonders bei jungen Menschen in enger Verbindung mit ihrer Erkrankung. „Personen mit Psoriasis weisen häufiger als Patienten mit anderen schweren Hauterkrankungen klinisch fassbare Merkmale einer Depression auf“, erläuterte Dr. Eva Lehner-Baumgartner, Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin und Verhaltenstherapeutin an der Dermatopsychologischen Ambulanz am Wiener AKH. Jeanette Ludwig (26) ist seit 13 Jahren betroffen und hat die Erfahrung gemacht, dass manche Ärzte nur das physische Hautbild zu therapieren versuchten und zu wenig mit Psychologen oder Psychotherapeuten zusammenarbeiten.

Ein Ansatzpunkt, um diesem Mangel zu begegnen, sind Patientenschulungen, wie sie für Neurodermitisbetroffene bereits erfolgreich angeboten werden konnten. Die ÖGDV will solche Schulungen in Zukunft forcieren und verstärkt anbieten. Ein weiteres wichtiges Ziel der ÖGDV ist die Etablierung eines Psoriasisregisters, in dem Informationen über den langfristigen Behandlungsverlauf und die Begleiterkrankungen erfasst werden. Ein entsprechendes Modell gibt es in Deutschland. „Es wäre sinnvoll, auch in Österreich an dieses Register anzuknüpfen“, hielt Volc-Platzer fest.

Um die Bevölkerung für die Bedürfnisse von Psoriatikern zu sensibilisieren, wurde in einer Tanzperformance unter der künstlerischen Leitung des ehemaligen Choreographen der Wiener Staatsoper, Christian Tichy, versucht, den Zuschauern das Gefühl zu vermitteln, wie sich ein Patient mit Psoriasis in seiner Haut fühlt. Gepeinigte Haut aus künstlerischer Sicht haben fünf österreichische Malerinnen und Maler dargestellt. Sie behandelten eine Leinwand wie Haut, die gekratzt und malträtiert wurde.

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