zur Navigation zum Inhalt
 
Dermatologie 9. November 2010

Therapieansatz für Merkelzelltumore

Das Merkelzellkarzinom bildet schnell Metastasen. In diesem Stadium der Erkrankung steht heute noch keine heilende Therapie zur Verfügung. Um Ansatzpunkte für zukünftige Therapien zu finden, werden an der Universitätshautklinik in Würzburg die molekularen Veränderungen bei diesem Tumor untersucht. Bei der Entstehung der meisten Merkelzellkarzinome spielt das 2008 entdeckte Merkelzellpolyomavirus eine entscheidende Rolle. In Merkelzellkarzinomzellen findet man neben dem viralen Erbgut auch Eiweiße des Virus. Wissenschaftler an der Hautklinik Würzburg haben dazu eine bedeutende Entdeckung gemacht: Wenn man in vitro die Produktion dieser Eiweiße in den Zellen mittels gentechnischer Methoden unterdrückt, führt dies dazu, dass sich die Tumorzellen nicht mehr teilen bzw. absterben. Dies weist auf eine spezifische Schwachstelle des Tumors hin, die therapeutisch genutzt werden könnte. Die Forschergruppe um Dr. Roland Houben erforscht daher das Zusammenspiel von viralen und zellulären Proteinen in den Merkelzellkarzinomzellen. Unterstützt wird das Forschungsprojekt von der deutschen Wilhelm-Sander-Stiftung.

IDW/PH, hautnah 4/2010

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben