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© MPI für Biochemie / Sara Wickstroem
Proteine (rot) werden entlang eines zellulären Straßennetzes (Microtubuli, grün) zur Peripherie der Zelle gesendet.
 
Dermatologie 9. November 2010

Dynamisches Straßennetz in den Hautzellen

Deutsche Wissenschaftler haben den Mechanismus identifiziert, mit dem Hautzellen ihre innere Architektur an bestimmte Signale von außen anpassen. „Damit Zellen schnell auf Signale aus der Umgebung reagieren können, brauchen sie eine Art Straßennetz, mit dessen Hilfe sie Nachrichten an die richtigen Stellen in der Zelle transportieren“, erläutert Dr. Sara Wickström vom Max-Planck-Institut für Biochemie Martinsried, Deutschland. „Bei Fehlern in dieser Maschinerie kann es zu Krankheiten wie Krebs kommen.“

Damit die Zellen eines Gewebes effizient miteinander kommunizieren können, müssen Signale erzeugt und an die richtigen Stellen innerhalb der Zellen verschickt werden. „Dafür nutzen Zellen ein intrazelluläres Straßennetz: die Mikrotubuli“, so Wickström. Das ermöglicht es, ihre Informationsübermittler (Proteine) effizient und haargenau zu spezialisierten Orten in den Zellen zu transportieren.

Durch Untersuchungen an bestimmten Rezeptoren (Integrine) in der Außenhülle von Hautzellen konnte Wickström zeigen, dass die Anordnung des zellulären „Straßennetzes“ sehr dynamisch ist. Sie ändert sich auf ein Signal hin, das die Integrine aus der Umwelt empfangen. So gesteuert, können die Mikrotubuli die Nachrichten übermittelnden Proteine an die richtigen Orte in der Zelle liefern. „Dies ist besonders wichtig in Geweben wie der Haut, deren oberste Zellen die erste Schicht zur Außenwelt darstellen“, sagt die Forscherin.

Quelle: Wickström, S. A. et al.: Developmental Cell 2010; 19 (4): 574–88; doi:10.1016/j.devcel.2010.09.007

MPG/PH, hautnah 4/2010

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