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Dermatologie 1. Oktober 2008

Juckende flüchtige Hauterscheinungen bei einem äthiopischen Adoptivkind in Österreich

Anhand des Fallberichtes über ein 3-jähriges aus Äthiopien stammendes Adoptivkind werden die klinischen Charakteristika, Diagnostik und Therapie der Strongyloidose (Larva currens-Syndrom) dargestellt. Die Strongyloidose ist eine in tropischen Gebieten der Erde häufige Wurminfektion, an die bei symptomatischen Reisenden und Immigranten gedacht werden soll. Die Infektion bewirkt das rezidivierende Auftreten unspezifischer gastrointestinaler Symptome und urtikarieller serpiginöser Läsionen meist im Bereich der Glutealregion oder der unteren Extremitäten. Die Hautveränderungen jucken, bilden sich aber meist innerhalb weniger Tage spontan zurück. Die Hautveränderungen sind äußeres Zeichen des Parasitenbefalls, der vornehmlich den Darm betrifft und bei Immunsupprimierten zum generalisierten lebensbedrohlichen Hyperinfestationssyndrom (Letalität bis 85%) führen kann. Zum Screening sind Differentialblutbild und Serologie hilfreich, die Diagnosestellung erfolgt durch den direkten Erregernachweis im Stuhl. Da oft nur wenige Larven ausgeschieden werden, müssen mehrere Stuhlproben untersucht und Anreicherungsverfahren eingesetzt werden. Zur Therapie stehen Ivermectin und Albendazol zur Verfügung, der Therapieerfolg kann mittels Eosinophilenzahl und Serologie 3–6 Monate nach Therapie überprüft werden.

Rosemarie Moser, Herbert Auer, Christina Prenner-Glas, Georg Klein, Wiener klinische Wochenschrift

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