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Zum Jubiläum wird auch in die Zukunft geblickt.
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Prof. Dr. Beatrix Volc Platzer Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) und Vorstand der Abteilung für Dermatologie am Wiener Donauspital SMZ Ost

 
Dermatologie 30. April 2010

Dermatologie in Österreich: Tradition mit Zukunft

Die ÖGDV feierte bei ihrer Frühjahrstagung ihr 120-jähriges Bestehen.

Die diesjährige Frühjahrstagung der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) in Wien stand ganz unter dem Motto „Dermatologie in Zentraleuropa: Stolze Vergangenheit, herausfordernde Zukunft“.

„Die Beschreibung von Hautkrankheiten, die Beschäftigung mit Infektionserkrankungen und mit der Prävention standen am Beginn unseres Fachgebiets“, berichtete ÖGDV-Präsidentin Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer, Vorstand der Abteilung für Dermatologie am Wiener SMZ Ost. Eine Tradition, der Österreichs Hautärzte bis heute treu geblieben sind. „Vor allem die Vorbeugung steht auch in der modernen Dermatologie ganz oben auf der Agenda“, so Volc-Platzer. „Die jährliche Haut-Vorsorgeuntersuchung sollte genauso selbstverständlich werden wie der regelmäßige Check beim Zahnarzt oder der Gynäkologin.“

Bei manchen Themen hat der Gesetzgeber bereits reagiert: Aus dermatologischer Sicht wurde die die parlamentarische Initiative zum Solariumsverbot für Jugendliche unter 18 Jahren begrüßt.

International bestens vernetzt

Stolz ist Volc-Platzer auf die gute internationale Vernetzung ihrer Fachgruppe. „Die österreichischen Dermatologen sind hervorragend in internationale Forschungsprojekte und -netzwerke eingebunden. Viele haben Auslandsjahre an hoch renommierten Einrichtungen wie den National Instituts of Health in den USA verbracht. Deshalb haben wir auch Top-Forschungsgruppen im Land, die international in der oberen Liga der dermatologischen Wissenschaft, nicht zuletzt bei der Entwicklung neuer Therapien, mit dabei sind. Um zusätzliche Anreize für unseren wissenschaftlichen Nachwuchs sicherzustellen, haben wir einen eigenen ÖGDV-Forschungsfonds dotiert.“ Informationen über den Fonds sind beim Sekretariat der Gesellschaft (Frau Karin Knob, www.oegdv.at) erhältlich.

Nicht zuletzt sind eine Reihe von Hautklinik-Direktoren in Deutschland Österreicher, zum Beispiel in Münster, Erlangen oder Kiel. Aber auch in Brisbane und Sydney, Australien, sind österreichische Abteilungsvorstände tätig.

Dass sich diese gute Vernetzung auch für den Kongressstandort Wien auszahlen könnte, darauf hoffen Hautärzte wie Touristiker: Derzeit bemüht sich die ÖGDV um die Austragung des dermatologischen Weltkongresses 2015 in Wien.

Ansteigende Erkrankungszahlen

Herausforderungen für die Zukunft der Dermatologie sieht Prof. Volc-Platzer in der laufenden Entwicklung von Therapien für chronische Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Psoriasis, die eine klinische Erscheinungsfreiheit garantieren und die soziale Stigmatisierung unterbinden. Wichtig sei auch die laufende Verbesserung diagnostischer Methoden, vor allem des Melanoms, die bereits im Vorfeld das Ansprechen auf differenzierte, individuelle Behandlungsformen erkennen lassen.

Volc-Platzer: „Zudem müssen wir zum Beispiel Diagnostik- und Behandlungspfade für die stark ansteigende Zahl immunsupprimierter Hautpatienten entwickeln, die leider ein besonders hohes Risiko für bösartige Hautveränderungen haben.“

Eine andere stark wachsende Gruppe sind Krebspatienten, die einerseits von modernen, hochpotenten onkologischen Therapien profitieren, andererseits aber als Nebenwirkung davon entzündliche Hauterkrankungen entwickeln. „Zum Wohle der Patienten ist uns die Förderung der Zusammenarbeit der verschiedenen medizinischen Disziplinen, beispielweise durch gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen, ein wichtiges Anliegen.“

Elektronisches Engagement

„Die Lehre war neben der wissenschaftlichen Forschung immer schon ein wichtiges Element der Fachdisziplin“, betonte die ÖGDV-Präsidentin. „Daher ist es nicht überraschend, dass sich gerade Hautärzte laufend der Entwicklung neuer, elektronischer Aus- und Fortbildungsprogramme widmen.“ So ist vor kurzem die Entwicklung des E-Learning-Programmes „Dermokrates“ als gemeinsames Projekt der deutschsprachigen, dermatologischen Fachgesellschaften (DDG, ÖGDV, SGDV) in Angriff genommen worden, das Fachärzten zur Aus- und Weiterbildung zur Verfügung stehen soll.

Eine weitere Herausforderung ist die Entwicklung von qualitätsgesicherten Informationen zu den wesentlichen Krankheitsbildern der Dermatologie aber auch den Behandlungsmöglichkeiten, die in Zukunft auch interessierten Laien und Hautpatienten online zur Verfügung stehen sollen.

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