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Foto: flickr / Paleontour
Bei der Toilettenreinigung besser auf aggressive Putzmittel verzichten.
 
Dermatologie 9. Februar 2010

Langes Klositzen reizt die Haut

Ursache der „Klobrillen-Dermatits“ untersucht.

Eine seltene Kinderkrankheit, die sogenannte Klobrillen-Dermatitis, die infolge der Toilettenbenutzung auftreten kann, haben amerikanische Hautärzte unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit haben die Forscher vom Johns Hopkins Children’s Center in der Zeitschrift Pediatrics publiziert.

 

Die US-Studienautoren um Bernhard Cohen kommen zu der Erkenntnis, dass die Klobrillen-Dermatitis auf Verwendung von Putzmitteln sowie auf das Material der Klobrille zurückzuführen ist. Und der Kinderdermatologe Dietrich Abeck aus München betont, dass diese Hauterkrankung in der medizinischen Praxis eine Rarität ist. „Es handelt sich dabei um keine Allergie, sondern um eine Irritation, die bei ständigem langen Klositzen auftreten kann. Die Haut schwitzt an den Kontaktstellen zur Brille, kann dadurch Rückstände aus Reinigungsmitteln leichter aufnehmen – und eine Rötung tritt auf.“

Die ekzemartigen Hautveränderungen würden besonders Kinder mit leicht irritierbarer Haut entwickeln. Das sei häufig etwa bei einer bestehenden Neurodermitis-Erkrankung oder bei einer Neigung dazu der Fall. Die Krankheit sei jedoch gut behandelbar. „Therapeutisch wendet man neben der intensiven Basispflege kurzzeitig topische Steroide an, die zu einer raschen Abheilung führen“, erklärt Abeck.

Die US-Studienautoren zählen zu den Auslösern des Ausschlags neben Phenol- oder Formaldehyd-hältigen Putzmitteln auch Klobrillen aus exotischen Hölzern, die derzeit in Mode seien. Diese könnten dann ein Problem darstellen, wenn sie lackiert oder bemalt sind. Wolle man solche Fälle vermeiden, könne man die Brillen durch Plastikmodelle austauschen und Putzmittel auf Alkohol- oder Hydrogenperoxid-Basis verwenden.

Abeck hält es für ausreichend, zur Vorbeugung der Krankheit bei verdächtigen Anzeichen mehrere Wochen lang auf chemische Reinigung der Klobrille ganz zu verzichten. „Klares Wasser genügt für die tägliche Reinigung zuhause, um die Sitzfläche sauber zu halten. In Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten reicht dies aus hygienischen Gründen allerdings nicht“, so der Dermatologe.

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