zur Navigation zum Inhalt
 
Dermatologie 2. Februar 2010

Neue Wiener Erkenntnisse über Hauttumoren

Forschungsergebnisse der MedUni Wien ermöglichen eine gezieltere Therapie von Hauttumoren. Für die Behandlung von Tumoren ist die Beeinflussung der Faktoren „Wachstum“ und „Überleben“ essenziell. Auf Basis dieses Ansatzes war es dem Team um Prof. Dr. Maria Sibilia bereits im Jahr 2000 gelungen, ein Mausmodell zu entwickeln, das durch die Überaktivierung eines Signalweges (RAS) Epithelkarzinome ausbildet. Dabei aktiviert der vaskulär endotheliale Wachstumsfaktor (VEGF) Rezeptoren auf Blutgefäßzellen, regt diese zum Wachstum an und sorgt so für genügend Nährstoffe für ein weiteres Wachstum des Tumors.

In den vorliegenden, weiterführenden Forschungen konnte nun gezeigt werden, dass der Wachstumsfaktor VEGF nicht nur die Angiogenese, sondern auch das Wachstum der Tumorzellen selbst beeinflusst. Rezeptoren sind nicht nur, wie ursprünglich vermutet, an der Zelloberfläche zu finden, sondern auch im Zellinneren. Dies ist deshalb relevant, da Antikörperbehandlungen zwar für eine Unterdrückung der Rezeptoren an der Zelloberfläche wirksam sind, allerdings nicht im Inneren der Zellen. Diese Erkenntnisse geben neue Hinweise, wie und wann Krebsmedikamente kombiniert werden sollen, um das Wachstum solider, epithelialer Tumore, die sich oft schlecht therapieren lassen, effizienter zu bekämpfen: ein wesentlicher Hinweis für die moderne gezielte, individualisierte Krebstherapie.

 

Quelle: Lichtenberger, B. M. et al.: Cell 2010; 140(2): 268-79.

MedUni Wien/PH, Ärzte Woche 5 /2010

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben