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Dermatologie 9. Dezember 2009

Stammzellen in der Dermatologie

Innovative Behandlungsoption bei schwierigen Wunden

In der Dermatologie zeichnen sich für Stammzellen vielversprechende Einsatzgebiete ab, wie bei der Jahrestagung der ÖGDV in Salzburg berichtet wurde. Von innovativen Therapien könnten Patienten mit schwer heilenden Wunden oder Verbrennungen profitieren.

 

Bei kaum kontrollierbaren, tiefen Wunden ist eine Eigenhaut-Transplantation eine Option. Führt dies nicht zum Erfolg, etwa weil das Transplantat schlecht einheilt, können Spender-Stammzellen helfen, wie Kongress-Sekretär Prof. Dr. Johann Bauer, Universitätsklinik für Dermatologie, Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg, berichtete: „Aus Spender-Hautzellen lassen sich auf einer Matrix Hautstücke ‚züchten‘, die den Betroffenen eingesetzt werden.“ Durch eine Vorbehandlung der Hauttransplantate sinkt das Risiko der Abstoßung. Diese Methoden müssen derzeit von den Patienten noch selbst bezahlt werden.

Verbrannte Haut regenerieren

„Bei großflächigen Verbrennungen entwickelt sich die Stammzelltherapie zu einem großen Hoffnungsträger“, sagte Bauer. Ein Problem bei solchen Verletzungen ist, dass die epidermalen Stammzellen der Verbrennung zum Opfer gefallen sind. Die Unterstützung für die Hautregeneration muss daher aus anderer Quelle kommen. „Man kann Zellen aus dem eigenen Fettgewebe des Patienten isolieren und diese in pluripotente Stammzellen zurückverwandeln. Daraus könnte man neues Oberhautgewebe gewinnen, das die verbrannte Haut ersetzt“, sagte Bauer. In groß angelegten Forschungsprogrammen, an denen auch die Salzburger Experten um Bauer beteiligt sind, soll dieses Verfahren weiterentwickelt und für die breite Anwendung einsatzfähig gemacht werden.

Schmetterlingskinder

Hoffnung bringt die Stammzellentherapie, kombiniert mit Gentherapie, bei Epidermolysis bullosa (EB). Im Rahmen eines EU-finanzierten grenzüberschreitenden Projektes wird eine Methode geprüft und weiterentwickelt. „Bei EB-Patienten sind Abschnitte in dem Gen, das für die Produktion bestimmter Proteine zuständig ist, krankhaft verändert“, erklärte Bauer. „Mit Hilfe der Genschere-Technologie werden veränderte Genabschnitte entfernt und durch gesunde ersetzt.“ In Verbindung mit einer speziellen Stammzellen-Transplantationstechnik aus Italien wird das für eine Gruppe von EB-Patienten eine Heilungsperspektive bedeuten.

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