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Foto: Privat
Die operative Therapie von Hauttumoren erfordert viel Erfahrung.
 
Dermatologie 28. Oktober 2009

Erstes Hauttumorzentrum Österreichs eröffnet

Klinikum Wels-Grieskirchen bietet einzigartige Behandlungskompetenz.

Das häufgste Karzinom des Menschen ist der sogenannte „helle“ Hautkrebs oder „Non melanoma skin Cancer“. Die Tendenz, an dieser Tumorentität zu erkranken, steigt stetig. „Wir gehen davon aus, dass in Zukunft jeder zweite Mensch über 60 Jahren daran erkranken wird“, erklärt Prim. Dr. Werner Saxinger, Leiter des kürzlich gegründeten Hauttumorzentrums (HTZ) in Oberösterreich.

Das HTZ Wels versteht sich als interdisziplinäres Netzwerk zwischen verschiedensten Partnern des Gesundheitssystems. Eingebettet in das größte Spital Oberösterreichs, das Klinikum Wels-Grieskirchen mit 36 Abteilungen und Instituten, haben die Patienten Zugriff zu allen Fachkliniken des Hauses und damit Garantie auf „state of the art“-Behandlung“.

Hinzu kommt die intensive Zusammenarbeit mit der Krebshilfe Oberösterreich sowie die Einführung neuer Therapien im Rahmen von Multicenterstudien. Im HTZ sind Dermatologen (für Diagnostik und Erstbehandlung), Radiologen (für bildgebende Diagnostik) und internistische Onkologen beteiligt. Von Fall zu Fall werden auch andere chirurgische Disziplinen beigezogen.

4.500 Eingriffe pro Jahr

Die operative Therapie von Haut und hautassoziierten Tumoren erfordert viel Erfahrung und besondere Kenntnisse. Saxinger: „Unsere Patienten werden im HTZ stationär, postoperativ auf der Station sowie ambulant oder teilstationär in unserer Tagesklinik prä- und postoperativ betreut. In unseren drei Operationsräumen werden jährlich zirka 4.500 Eingriffe vorgenommen.“

Im Vordergrund stehen vor allem das maligne Melanom, das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Aber auch für die operative Versorgung seltener Tumore (wie Merkelzellkarzinome oder das Dermatofibrosarkoma protuberans) stellt dieser Bereich ein erfahrenes Therapiezentrum dar. Ein weiterer Schwerpunkt im HTZ besteht in der Therapie immunsupprimierter (organtransplantierter) Patienten.

Tumornachsorge und psychologische Begleitung

Ein wesentlicher Schwerpunkt ist die psychologische Betreuung. In Österreich treten zunehmend neue Hautkrebserkrankungen auf, viele sind durch einfache Operationen zu heilen, andere erfordern lange Jahre der regelmäßigen Kontrolle, Chemotherapie oder Bestrahlung. Gerade bei diesen Patienten ist es wichtig, sie nicht nur medizinisch bestens zu betreuen, sondern ihnen auch psychologisch zur Seite zu stehen. Die Betroffenen können im HTZ mit psychologisch geschultem Fachpersonal ins Gespräch kommen und zahlreiche Angebote zur Krankheitsbewältigung in Anspruch nehmen.

Enge Kooperation mit niedergelassenen Dermatologen

Alle Melanompatienten werden im HTZ in Kooperation mit den niedergelassenen Dermatologen entsprechend den medizinischen Standards stadienabhängig untersucht. Saxinger erläutert das Vorgehen im Detail: „Neben der klinischen Inspektion der Haut und der Narbe sowie dem Lymphknotenstatus führen wir eine Blutabnahme inklusive Tumormarker, eine Lymphknoten- und Weichteilsonographie sowie ein Lungenröntgen durch.“

Reichl + Partner PR/MSW, Ärzte Woche 44 /2009

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