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Dermatologie 4. September 2009

Allergischer Notfall: neuer Patientenratgeber klärt auf

Broschüre der Interessensgemeinschaft für Allergenvermeidung (IGAV) kann Leben retten

Jährlich sterben in Österreich etwa zehn Menschen an den Folgen dieser allergischen Extremreaktion, die vorwiegend von Wespen- oder Bienenstichen, Nahrungsmitteln oder Medikamenten ausgelöst wird. Der neue Ratgeber der Interessensgemeinschaft Allergenver- meidung (IGAV) informiert über die wichtigsten Schritte im Ernstfall sowie über Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung.

„Der Schweregrad einer Reaktion ist im Einzelfall nicht vorhersehbar. Daher ist es ganz wesentlich, bereits bei ersten allergischen Symptomen oder nach milden Zwischenfällen umgehend einen allergologisch versierten Arzt aufzusuchen“, empfiehlt Prof. Dr. Norbert Reider, Leiter der Allergieambulanz an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Neben der Verständigung des Notarztes und der Einleitung wichtiger Erste-Hilfe-Maßnahmen ist vor allem die Einnahme der Notfallmedikamente (Antihistaminika, Kortison und Adrenalin) von größter Bedeutung. „Korrekt angewandt, können sie bis zum Eintreffen des Notarztes akute Reaktionen des Immunsystems dämpfen und den Kreislauf stabilisieren. Deshalb sollte das Notfallset jederzeit griffbereit sein“, betont Prof. Dr. Tamar Kinaciyan von der Allergieambulanz der Universitätsklinik für Dermatologie in Wien.

Für Nahrungsmittel- und Medikamentenallergiker ist das strikte Meiden des Allergieauslösers der einzige Schutz vor der schweren allergischen Allgemeinreaktion. Eine Bienen- oder Wespengiftallergie hingegen ist gut behandelbar. Mit der spezifischen Immuntherapie kann der Körper wieder langsam an das Insektengift gewöhnt und so ein beinahe vollständiger Schutz vor lebensbedrohlichen Reaktionen aufgebaut werden.

Kinder reagieren auf andere Allergene

Anders als bei Erwachsenen, die häufiger extrem auf Insektengifte reagieren, sind Kinder vorwiegend auf Nahrungsmittel allergisch. „Todesfälle sind bei Kindern glücklicherweise relativ selten, dennoch müssen Symptome ernst genommen werden. Bei Verdacht auf eine anaphylaktische Reaktion ist die Überweisung in ein spezialisiertes Zentrum in Spitälern oder Allergieambulatorien wichtig“, so die Kinder- fachärztin Prof. Dr. Eva-Maria Varga von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz. Dort gibt es neben Diagnostik, Therapie und Beratung auch entsprechende Schulungen. „Kinder und Jugendliche sowie ihre Betreuungspersonen müssen nach einer schweren allergischen Reaktion zusätzlich in der richtigen Anwendung der Notfall-Medikamente sowie in der Vermeidung der Allergieauslöser geschult und trainiert werden.“

Der neue Ratgeber mit dem Titel „Allergischer Notfall. Anaphylaxie: Wenn die Allergie lebensbedrohlich wird“ der Patientenorganisation IGAV (Interessensge- meinschaft für Allergenvermeidung) gibt Betroffenen und Interessierten einen kompakten Überblick über die Thematik und liefert wichtige Informationen über das richtige Verhalten im Fall eines allergischen Schocks. Der Ratgeber ist Teil der Serie „Leben ohne Allergene“.

 

Download unter:
www.allergenvermeidung.org/download/IGAV-Allergischer-Notfall.pdf Kostenlose Bestellung des gedruckten Ratgebers: Tel.: 01/212 60 60

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