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Dermatologie 1. Juli 2009

Lymphozytendysbalance bei Vitiligopatienten – Hinweis durch erhöhtes Verhältnis von CD4- zu CD8 T-Zellen

Die Vitiligo stellt eine Pigmentierungsstörung mit einem assoziierten autoimmun bedingten Verlust von Melanozyten der Epidermis dar. Die Beteiligung humoraler wie auch zellulärer immunologischer Vorgänge wurde untersucht. Wir evaluierten die Rolle proinflammatorischer Cytokine und von Lymphozyten-Subtypen im peripheren Blut bei einer Gruppe österreichischer Patienten mit Vitiligo. Morgens wurden Blutproben von 40 Patienten mit Vitiligo gesammelt. 21 Patienten wiesen eine aktive und 19 eine stabile Krankheitsform auf. Bei allen Patienten bestand eine nicht-segmentale Krankheitsform in unterschiedlicher Ausprägung. 16 Patienten hatten zusätzlich eine autoimmun bedingte Schilddrüsenerkrankung. Um eine Beteiligung proinflammatorischer Cytokine bei Vitiligo zu beurteilen, bestimmten wir sTNF-RI, IL-6 und zusätzlich CIC (zirkulierende Immunkomplexe). Wir verglichen diese Ergebnisse mit den Daten von Normalpersonen. Zur Beurteilung von zellulären Immunvorgängen wurden ein Differentialblutbild und eine Lymphozytentypisierung mittel Durchflusszytometrie erstellt. Die Serum-werte von sTNF-RI, IL-6 und CIC lagen im Normbereich. Der mediane Wert von sTNF-RI in der Patientengruppe betrug 1,5 ng/ml und von CIC 35,2 µg/ml, ein statistisch signifikanter Unterschied zur Kontrollgruppe bestand nicht. Der mediane Wert von IL-6 bei Vitiligopatienten war 2,7 pg/ml und im normalen Bereich gelegen – aber höher als der mediane Wert von 0,5 pg/ml, der bei den Normalpersonen festgestellt wurde (p < 0,001). Absolutund Verhältniswerte der Lymphozytensubtypen waren normal. Das Verhältnis von CD4+/CD8+ T-Zellen wies median einen erhöhten Werte von 2,6 [Quartilabstand 2,0; 3,1] auf. 61 % der Vitiligopatienten hatten einen erhöhten Verhältniswert ober halb des Grenzwertes von 2,4. Bei den meisten Patienten mit Vitiligo erwies sich die Balance von zytotoxischen Suppressorzellen und Helfer T-Zellen im peripheren Blut als gestört, was zu einer Verteilungsstörung der T-Zell-Subtypen am intrakutanen Locus des autoimmunen Melanozytenverlusts führen könnte.

Robert Pichler, Konstantin Sfetsos, Birgit Badics, Sabrina Gutenbrunner, Jörg Berg, Josef Auböck, Wiener Medizinische Wochenschrift 13/14/2009

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