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Transplantationen 30. Oktober 2007

Geringe Mengen sinnvoll bei Transplantation

Wissenschaftler der University of Sheffield haben eigenen Angaben zufolge ein sicheres Verfahren entwickelt, um Kohlenmonoxid (CO) für Organtransplantationen einzusetzen. Kleine Mengen CO weiten die Blutgefäße und wirken entzündungshemmend. Damit könnte die Lebensdauer von Spenderorganen erhöht werden. Das Verfahren basiert auf der gezielten Freisetzung einer geringen Menge CO mit der Hilfe von Trägermolekülen. Erste Tests im Labor waren vielversprechend. Die Forscher hoffen, 2010 die ersten Tests an Patienten durchführen zu können.
Das Team um Prof. Dr. Brian Mann vom Northwick Park Institute for Medical Research (NPIMR) geht davon aus, dass seine Arbeit auch Auswirkungen auf andere Gebiete hat. Dazu gehört die Behandlung von Entzündungskrankheiten wie rheumatoider Arthritis oder pulmonaler Hypertonie. Die inhalative Verabreichung von Kohlenmonoxid birgt stets das Risiko in sich, dass Patienten oder medizinisches Personal unbeabsichtigt und in gefährlichen Dosen mit dem Gas in Berührung kommen. Laut Mann soll dieses Risiko bei dem neuen Verfahren nicht bestehen: Es beruht auf wasserlöslichen Molekülen, die beim Schlucken oder Injizieren eine genau berechnete Menge CO innerhalb des Körpers freisetzen. Weil die Moleküle wasserlöslich sind, können sie leicht in eine einfach zu verabreichende flüssige Form gebracht werden. Mann: „Die Substanz kann gezielt injiziert werden. So stellt das Kohlenmonoxid keine Gefahr mehr da, und es ist einfach, die Menge des verabreichten Gases zu kontrollieren. Eines Tages wird es möglich sein, das Design der Moleküle dahingehend zu verändern, dass sie ohne Auswirkungen auf den restlichen Körper in einem bestimmten Bereich eingesetzt werden können.“ Bei Transplantationen könnte das gespendete Organ behandelt und so das Risiko einer Schädigung oder einer Abstoßung verringert werden.

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