zur Navigation zum Inhalt
 
Transplantationen 14. Dezember 2015

Weniger ist effektiver

Hetero-Trend: Gesichtsrejuvenation beim Mann.

Dr. Gerhard Sattler, Ärztlicher Direktor Rosenpark der Klinik Darmstadt, sagt, dass der Männer-Anteil von 5 Prozent 2000 auf 10 Prozent gestiegen ist.

Hat der Anteil der Männer, die sich einer ästhetisch-dermatologischen Behandlung unterziehen, an Ihrer Klinik zugenommen?

Sattler: Als wir vor 18 Jahren angefangen haben, lag der Anteil der Männer bei etwa 5 Prozent. Seit der Jahrtausendwende kommt auf zehn Frauen etwa ein Mann, mit leicht steigender Tendenz.

Gibt es Methoden, die besonders häufig speziell bei Männern durchgeführt werden?

Sattler: Deutlich häufiger als Frauen lassen Männer beispielsweise eine Fettreduktion am Hals durchführen, und bei der Haartransplantation kommt auf 20 Männer vielleicht eine Frau.

Haben Männer andere Erwartungen gegenüber Behandlungen zur Gesichtsverjüngung als Frauen?

Sattler:Männer kommen in der Regel mit einer ganz gezielten Fragestellung, etwa wegen Tränensäcken, Froschaugen oder Haarausfall. Trotzdem sollte auch der Mann immer ganzheitlich beraten werden. Dabei muss man verschiedene Männertypen unterscheiden. Große Unterschiede bestehen beispielsweise zwischen homo- und heterosexuellen Männern. Aber auch heterosexuelle Männer, die in der Öffentlichkeit stehen, sehen ihr Äußeres als ihr Kapital.

Wie entgeht man der Gefahr einer Feminisierung?

Sattler: Man arbeitet auf jeden Fall sehr vorsichtig und zunächst mit sehr geringer Dosierung. Die Botulinumtoxintherapie von heute ist definitiv nicht die komplette Lahmlegung, sondern die Lenkung der Mimik mit einer ganz erheblichen Restaktivitiät. Bei den Fillern wirkt beim Mann wie bei der Frau die glatte Annäherung der Wange zum Unterlid gesund und dynamisch. Der generelle Trend bei der Behandlung insgesamt geht in Richtung weniger und effektiv. Die Verbesserungen sollen schleichend sein, sodass man die einzelnen Behandlungsschritte gar nicht als Behandlung erkennt. Der Idealzustand wäre, dass der Betrachter sagt: „Du siehst aber gut aus“, und dies über viele Jahre. Damit der Gesamteindruck stimmt, dürfen trotz der erkauften Ästhetik eines schönen Gesichts aber auch die sportliche Aktivität und ein gesundes Ernährungsverhalten nicht vernachlässigt werden.

Die „Fett-weg-Spritze“ wird gerne beim Doppelkinn verwendet. Was halten Sie davon?

Sattler: Ich würde die Liposuktion vorziehen. Weil bei der Fett-weg-Spritze aber keine Anästhesie und keine OP. nötig sind und sie mit Botox oder Fillern kombiniert werden kann, hat sie wahrscheinlich schon eine gewisse Zukunft.

Das Original-Interview „Gesichtsrejuvenation beim Mann: Der Trend geht in Richtung weniger und effektiv“ ist erschienen in „ästhetische dermatologie & kosmetologie“ 7/2015, DOI 10.1007/s12634-015-0985-2, © Springer Verlag

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben