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Die Lebensqualität des Patienten nach der Transplantation wird immer wichtiger.
 
Transplantationen 27. Jänner 2014

Patientenbezogene Ergebnisparameter

Gesundheits- und lebensqualitätsbezogene Referenzwerte für NierentransplantpatientInnen.

Zielsetzung dieser Studie war daher die Entwicklung von Referenzwerten hinsichtlich der physischen und psychosozialen Belastungen von PatientInnen nach erfolgter Nierentransplantation.

Grundlagen: PatientInnenbezogene Ergebnisparameter (‚Patient-Reported Outcomes‘, PROs) sind wichtig im Therapiemanagement von NierentransplantpatientInnen.

Obwohl mittlerweile zahlreiche Instrumente zur Beurteilung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (‚Health Related Quality of Life‘, HRQOL) zur Verfügung stehen, werden diese nur selten im Rahmen der klinischen Routine angewendet.

Methodik: NierentransplantpatientInnen (n = 120) wurden im Rahmen ihrer postoperativen Nachsorge an einer nephrologischen Ambulanz konsekutiv rekrutiert und unter Anwendung eines computerunterstützten PRO-Assessments untersucht, um HRQOL-Referenzwerte zu erheben. Dieses Assessment umfasste klinisch relevante physische und psychische Symptome, die Adhärenz hinsichtlich der immunsuppressiven Therapie sowie die krankheitsspezifische Lebensqualität. Durchschnittlich wurde das PRO-Assessment 2,9 Mal pro PatientIn durchgeführt; über alle PatientInnen wurden gesamt 351 Assessments erhoben.

Ergebnisse: Für das PRO-Monitoring wurden Werte außerhalb des 10. und 90. Perzentils als klinisch relevant beurteilt, da bei diesen PatientInnen die Notwendigkeit einer supportiven Behandlung festgestellt wurde.

Schlussfolgerungen: Mit kontinuierlich steigenden Überlebensraten nach erfolgter Nierentransplantationen gewinnt auch die HRQOL von Langzeit-TransplantationspatientInnen an Bedeutung, und es ist allgemein anerkannt, dass sich die HRQOL nach erfolgreicher Nierentransplantation verbessert. Wir verwendeten ein computerunterstütztes PRO-Monitoring, um Referenzwerte für ambulant behandelte NierentransplantpatientInnen zu entwickeln. Ein routinemäßiges PRO-Monitoring kann die Identifikation von behandlungsrelevanten Fragen der PatientInnen erleichtern und zu einem verbesserten Management behandlungsassoziierter Symptome und Nebenwirkungen beitragen. Zukünftige Studien, die eine Erfassung detaillierter PRO-Referenzwerte für stratifizierte PatientInnengruppen gewährleisten, sind erforderlich.

Dr. Martin Kumnig, Prof. Gerhard Rumpold, Prof. Stefan Höfer, Prof. Paul König, Prof. Bernhard Holzner, Johannes Giesinger, Eva-Maria Gamper, August Zabernigg, Andrea Hoflehner, Wiener klinische Wochenschrift 1/2/2014

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