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Die gezüchtete Luftröhre wurde der zweijährigen Patientin eingesetzt und ermöglicht ihr in Zukunft ein normales Leben.

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Prof. Dr. Paolo Macchiarini, Karolinska Universitätsspital und Karolinska Institut.

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Das Operationsteam während der Transplantation der mittels körpereigener Stammzellen gezüchteten Luftröhre.

 
Transplantationen 2. Mai 2013

Ärzte pflanzen zweijährigem Mädchen künstliche Luftröhre ein

Weltjüngste Patientin erhält mit Stammzellen besiedeltes Kunststofforgan.


Medizinische Sensation in den USA: Ärzte haben einem Kleinkind eine künstliche Luftröhre aus dessen eigenen Stammzellen und Kunststofffasern eingesetzt. Die zwei Jahre alte Hannah Warren aus Südkorea sei die weltweit jüngste Patientin, bei der eine solche Transplantation je gelungen sei, teilte das verantwortliche Team aus internationalen Chirurgen mit. Das Mädchen war ohne Luftröhre zur Welt gekommen und hatte sein bisheriges Leben auf einer klinischen Intensivstation in Seoul verbracht, wo es über einen Schlauch künstlich beatmet und ernährt wurde.


"Diese Operation hat ihr nicht nur das Leben gerettet, sie wird auf lange Sicht auch endlich essen, trinken, schlucken und sogar sprechen können - wie jedes andere normale Kind auch", sagte Operationsleiter Paolo Macchiarini vom Karolinska-Institut in Stockholm. Hannah werde fortan "nicht länger wie eine Gefangene in einem Krankenhausbett leben, sondern herumtollen und mit ihrer Schwester spielen können". Binnen Monaten soll sie nach Hause zurückkehren und ein normales Leben führen können.

Ursprünglich hatten Ärzte der 2010 in Südkorea geborenen Tochter eines Kanadiers und einer Südkoreanerin kaum Überlebenschancen eingeräumt. Doch mit der erfolgreichen Transplantation sei "eine Grenze überschritten worden", erklärte Macchiarini. Bei der neunstündigen Operation wurde dem Kind anstelle eines sonst üblichen Spenderorgans eine künstlich "gezüchtete" Luftröhre verpflanzt. Dafür hatten die Chirurgen eine gut sieben Zentimeter lange Kunststoffröhre mit Stammzellen aus Hannahs eigenen Knochenmark besiedelt, um das Risiko einer Abstoßung zu umschiffen.

Die Zweijährige war schon im März in die Kinderklinik der Stadt Peoria im US-Bundesstaat Illinois gebracht und am 9. April operiert worden. Ihre Eltern und ihre vierjährige Schwester waren mitgereist. Nach der Operation äußerten sich die Eltern zutiefst erleichtert und dankbar. "Alles, wonach wir uns nach Hannahs Geburt je gesehnt haben, war, sie nach Hause bringen und eine normale Familie sein zu können", sagte Vater Darryl Warren. "Hannah musste so viel durchmachen und hat allen Widrigkeiten getrotzt. Sie ist unser kleines Wunder."

APA/karolinksa Institut/IS, springermedizin.at

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