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Transplantationen 2. Jänner 2013

Organspende-Skandal in Deutschland - Wiener Chirurg leitet Prüfung

Ferdinand Mühlbacher erwartet Ergebnisse noch im ersten Quartal 2013 - Offenbar keine Verbindung zwischen Leipzig und München.

 
Göttingen, Regensburg, München - und jetzt Leipzig: Der Skandal um Manipulationen bei Organspenden in Deutschland weitet sich aus. Was an den Vorwürfen dran ist, verraten die Staatsanwälte in Bayern nicht. Sie warten ab, was die Gutachter herausfinden, die sich durch die Aktenberge wühlen. Die Prüfer werten derzeit unter Leitung des Wiener Chirurgie-Professors Ferdinand Mühlbacher Unterlagen und Akten aus, sagte eine Sprecherin des Wissenschaftsministeriums. "Wir gehen davon aus, dass das im ersten Quartal abgeschlossen sein wird."



Zwischen dem neuen Transplantationsskandal in Leipzig und ähnlichen Vorfällen in München und Regensburg sehen die Ermittler bisher keinen Zusammenhang. "Soweit wir bisher wissen, gibt es keine Verbindungen", sagte der Münchner Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Mittwoch. Die Behörde prüft, ob am Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München Krankenakten manipuliert wurden, um Patienten bei der Vergabe von Spenderorganen besserzustellen. Ähnliche Manipulationsvorwürfe gibt es an der Uniklinik Regensburg. Die bayerische Staatsregierung rechnet in einigen Wochen mit ersten Ergebnissen einer Expertenkommission, die bis Weihnachten die Transplantationszentren im Freistaat überprüft hat.

Die Kommission hatte in den vergangenen Wochen die Zentren für Lebertransplantationen in Bayern besucht und interne Berichte und Strukturpapiere seit 2007 geprüft. Auch die aktuellen Wartelisten wurden kontrolliert. Die Zentren sind an den Universitätskliniken in München, Regensburg, Würzburg und Erlangen angesiedelt. In Augsburg werden ausschließlich Nieren eingepflanzt. Die Staatsregierung erhofft sich von den Experten vor allem Vorschläge, wie der Umgang mit Organspenden transparenter gestaltet werden kann.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaften in München und Regensburg arbeiten derzeit Gutachter die umfangreichen Patientenunterlagen und Stellungnahmen durch und werten sie aus. "Das wird sicher noch länger dauern", sagte Steinkraus-Koch. Zum Abschluss sei ein Treffen mit allen Beteiligten geplant, bei dem die Ergebnisse vorgestellt werden sollen.

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