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Transplantationen 20. Juli 2012

Organtransplantationen: Bilanz 2011

Im Vergleich zu 2010 gab es 2011 etwas mehr Organspender, es wurden aber weniger Transplantationen durchgeführt. Im Internationalen Vergleich liegt Österreichs Transplantationsmedizin im Spitzenfeld. Das sind die Kernaussagen des österreichischen "Transplant-Jahresberichts 2011", der jetzt veröffentlicht wurde.

"Im Jahr 2011 wurden in Österreich 220 verstorbene Organspender gemeldet und 195 davon auch explantiert", heißt es in dem Report. Das entspreche einem "um rund zwei Prozent höheres Organspenderaufkommen als im Jahr zuvor. Da nicht bei jedem Organspender alle Organe für eine Transplantation geeignet sind, wurden im Jahr 2011 trotz höherem Organspenderaufkommen weniger Transplantationen als im Jahr 2010 durchgeführt", stellten die Experten vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) fest.

Trotz der leicht gestiegenen Anzahl an Spendermeldungen warteten mit Ende 2011 immer noch 1.005 Patienten auf ein geeignetes Spenderorgan, die Wartezeit ist jedoch von Organ zu Organ verschieden. Während man auf eine Niere durchschnittlich 41,7 Monate wartet, liegen die Wartezeiten bei Herz im Durchschnitt bei 7,2 Monaten, bei Lunge 6,1 Monate und Leber 6,5 Monate.Die Zahl der Menschen auf den Wartelisten für Spendernieren, Herz, Leber, Lunge oder Bauchspeicheldrüse geht keinesfalls zurück. Das bedeutet auch ein hohes Mortalitätsrisiko: Es beträgt etwa zehn Prozent über alle Organe hinweg: Im vergangenen Jahr  starben 105 Patienten, bevor sie ein Organ erhielten.

Die Bilanz des österreichischen Transplantationsberichts: "2011 wurden insgesamt 730 Organtransplantationen durchgeführt, 673 mit Organen von Verstorbenen, 57 stammten von Lebendspendern. Im Vergleich zum Vorjahr ist gesamt gesehen ein leichter Rückgang bei der Transplantation mit Organen von Verstorbenen zu verzeichnen, die Anzahl der Transplantationen von Lebendspendern ist relativ konstant geblieben." Der Rückgang betrifft vor allem Herz- und Lebertransplantationen. 2011 wurden im Vergleich zum vorangegangenen Jahr 16 Nieren mehr transplantiert.

Im internationalen Vergleich liegt Österreichs Transplantationsmedizin im Spitzenfeld, in den vergangenen Jahren hätten andere europäische Länder in der Versorgung ihrer Patienten mit - teilweise - stark gestiegenen Spenderzahlen jedoch deutlich aufgeholt.

Lokale Transplantationsbeauftragte

In Österreich gibt es seit dem Jahr 2001 ein Förderprogrammes, mit dem Strukturen und Maßnahmen zur Unterstützung der Organ- und Stammzellspende gesetzt werden. Im Rahmen dieses Förderprogrammes sind neben fünf regionalen Transplantationsreferenten derzeit 20 lokale Transplantationsbeauftragte in Schlüsselkrankenanstalten tätig und fungieren dort als Ansprechpersonen zu Fragen der Organspende. Bis Ende 2013 sollen insgesamt 25 Beauftragte in ausgewählten Krankenanstalten tätig sein.

Stammzellen-Erfolgsstory

Eine Erfolgsstory ist die Entwicklung der Stammzellspende und -transplantation in Österreich - vor allem zur Behandlung von Leukämien. Im Jahr 2011 waren insgesamt rund 62.000 Stammzellspender im nationalen Stammzell-Register. Durch die internationale Vernetzung mit anderen Registern stehen derzeit weltweit rund 19 Millionen Stammzellspender zur Verfügung und für rund 80 Prozent aller Patienten kann ein Fremdspender gefunden werden. Bis zum Auffinden eines passenden Spenders dauert es durchschnittlich 51 Tage. 2011 wurden insgesamt 414 Stammzelltransplantationen durchgeführt.

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