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Transgene Schweine sind die Hoffnung der Transplantationsmedizin
 
Transplantationen 27. Mai 2012

Neuseeländische Schweine sollen Mangel an Spenderorganen ausgleichen

„Die Grundlage für künftige Spenderorgane kommt von den Auckland Inseln bei Neuseeland“, sagt Herzchirurg Prof. Dr. Bruno Reichart vom Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München. „Dort leben Schweine, die keine pathogenen Keime in sich tragen und deshalb keine Ansteckungsgefahr für Menschen darstellen. Das haben 15 Jahre Forschung gezeigt.“ Deshalb sind diese Tiere der ideale Grundstock für Zellen, Gewebe und Organe.

Xenotransplantation

Spenderorgane oder –gewebe für Transplantationen stehen oft nicht in erforderlicher Anzahl zur Verfügung. Deshalb setzen viele Forscher auf eine Xenotransplantation, also die Verpflanzung tierischen Gewebes oder tierischer Organe. Die Abstoßungsreaktion des menschlichen Körpers auf fremde Zellen ist jedoch eine erhebliche Hürde – und die Hürde ist umso größer, je weiter diese Tiere entwicklungsgeschichtlich vom Menschen entfernt sind.

Blockierte Gene

Transgene Schweine sollen dieses Problem nun überwinden helfen: Mit ihrer Hilfe wollen die Wissenschaftler des neuen Sonderforschungsbereichs „Biologie der xenogenen Zell- und Organtransplantation – vom Labor in die Klinik“, der ab Juli 2012 mit insgesamt 13 Millionen Euro über vier Jahre gefördert wird, die Immunreaktion gegen fremdes Gewebe besser verstehen und letztlich unterdrücken.Ein Ziel der Forscher ist es, neue transgene Schweinelinien zu entwickeln, bei denen bestimmte Gene in den Zellen blockiert sind und deren funktionelle Abschriften, die Eiweiße, von menschlichen Genen stammen, die keine Abstoßung hervorrufen und besser verträglich sind.

Schwerpunkt auf Inselzellen

Diese Gewebe und Organe sollen dann sowohl in präklinischen als auch in klinischen Studien untersucht werden – ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Xenotransplantation von Inselzellen bei Typ-1-Diabetes. „Bisherige Schweine-Inselzellen sind mit einer nach außen durchlässigen Schutzhülle versehen. Auf diese Weise gelangt das von den Zellen produzierte Insulin in den Körper, zugleich aber sind sie vor den Angriffen des menschlichen Immunsystems geschützt“, sagt Reichart.

Von Zellen zu ganzen Organen

Die Mediziner planen zunächst eine Phase-III-Studie. „Im nächsten Schritt wollen wir Inselzellen ohne Mikrokapseln übertragen. Mit den transgenen Schweinen und den modernen Methoden zur Immunsuppression sind wir hier zuversichtlich. Weitere Projekte werden die Verpflanzung von Leberzellen sein, Nervenzellen bei Parkinson-Patienten und natürlich später ganze Organe, wie Herzen oder Nieren“, sagt Reichart.

Multizentrisches Projekt

Neben der LMU als Sprecheruniversität sind an dem neuen Sonderforschungsbereich Transregio 127 auch die TU München, die Medizinische Hochschule Hannover, die TU Dresden sowie als nichtuniversitäre Einrichtungen das Helmholtz Zentrum München, das Friedrich-Löffler-Institut, das Deutsche Primatenzentrum, das Paul-Ehrlich-Institut sowie das Robert-Koch-Institut beteiligt.

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