zur Navigation zum Inhalt
 
Neurochirurgie 3. April 2013

MRT-tauglicher Neurostimulator

Weltweit erstmalig wurde am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein einem Patienten ein Neurostimulationssystem zur Rückenmarkstimulation implantiert, mit dem eine gefahrlose Untersuchung im Kernspintomographen möglich ist.

Neurostimulation kommt bei einer Vielzahl von Erkrankungen zum Einsatz, so z. B. im Bereich des Rückenmarks zur Behandlung chronischer Schmerzen oder im Gehirn zur Behandlung von Bewegungsstörungen. Allerdings nicht ohne Probleme: Bei Patienten, denen ein solches System implantiert wurde, musste bisher auf eine der wichtigsten bilddiagnostischen Methoden, die Magnetresonanztomographie, verzichtet werden, oder der Stimulator wurde vorher operativ entfernt, weil die Gefahr einer Überhitzung und Schädigung des Gewebes bzw. einer Überstimulation durch magnetische Felder bestand. Die neue Technik kombiniert den neuen Neurostimulator mit einer speziell isolierten Stimulationselektrode und macht das Verfahren auf diese Weise MRT-kompatibel. Nach der Operation wurde an der Klinik für Neurochirurgie wurde bei dem Patienten ein MRT der Lendenwirbelsäule mit den neuen Implantaten durchgeführt. Die Untersuchung verlief für den Patienten völlig problemlos und zeigte eine sehr gute Bildqualität.

In einem zweiten Schritt sollen nun auch andere Neurostimulationssysteme wie die Tiefenhirnelektroden entsprechend magnetresonanz-kompatibel gemacht werden. „Das bedeutet, dass wir MRT-Untersuchungen in Zukunft unproblematisch und uneingeschränkt in allen Körperbereichen vornehmen können. Gleichzeitig ist es auch möglich, die Lage der Elektroden ohne Komplikationen zu kontrollieren und funktionelle Aufnahmen zum Nachweis des Therapieeffekts zu machen“, sagen die ausführenden Neurochirurgen Prof. Dr. Volker Tronnier und Dr. Dirk Rasche.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben