zur Navigation zum Inhalt
 
Neurochirurgie 1. Juli 2011

Inzidenz und Lokalisation von kleinen, cerebralen, rupturierten Aneurysmen – Eine retrospektive, populationsbasierte Studie

EINLEITUNG: Ziel der vorliegenden retrospektiven Studie war eine Analyse der Inzidenz von Subarachnoidealblutungen aus kleinen (bis 5 mm Durchmesser) cerebralen Aneurysmen, sowie der Aneurysmenlokalisation in einer konsekutiven Patientenserie, die im Bundesland Vorarlberg/Österreich neurochirurgisch behandelt wurde. METHODEN: Insgesamt wurden innerhalb der letzten vier Jahre 82 Patienten nach spontaner Subarachnoidealblutung (Durchschnittsalter 53,7 Jahre, range 21–84 Jahre, 47 Frauen und 35 Männer) an der Neurochirurgischen Abteilung des Akademischen Lehrkrankenhauses Feldkirch, die zuständig ist für alle 360.000 Einwohner des Bundeslandes (entsprechend einer jährlichen Subarachnoidealblutungsinzidenz von 5,7/100.000), behandelt. Bei 70 Patienten (85,4 %) wurde ein cerebrales Aneurysma mit Computertomographie Angiographie und/oder digitaler cerebraler Angiographie diagnostiziert. Von diesen wurden 47 Patienten (66,2 %, Durchschnittsalter 52,1 Jahre, von 24–77 Jahren) neurochirurgisch mit Aneurysmenklippung behandelt und in die Studie inkludiert. Präoperativ wurden Computertomographien, Computertomographie Angiographien und digitale cerebrale Angiographien nach Blutmenge, Aneurysmengröße und –lokalisation untersucht. Der klinische Zustand der Patienten wurde zum Zeitpunkt der Aufnahme nach der Hunt and Hess Klassifikation und bei Entlassung nach der Glasgow Outcome Scale eingeteilt. ERGEBNISSE: Entsprechend der Koivisto Kategorien waren 18 Aneurysmen an der Arteria cerbri anterior, 17 Aneurysmen an der Arteria cerebri media, 11 an der Arteria carotis interna und 1 im vertebrobasilären Stromgebiet. Der durchschnittliche Aneurysmendurchmesser war 7,7 mm (von 3–30 mm). In 34 % der Aneurysmen war der Durchmesser 5 mm oder kleiner (n = 16), in 51 % zwischen 6 und10 mm (n = 24) und in 15 % zwischen 11 und 30 mm (n = 7). Nur 1/17 rupturierten Arteria cerebri media Aneurysmen (5,9 %), 4/11 Arteria carotis interna Aneurysmen (36,4 %) und das vertebrobasiläre Aneurysma waren klein. Im Gegensatz dazu war bei 10/18 Arteria cerebri anterior Aneurysmen (55,6 %) der Durchmesser 5 mm oder weniger. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassend zeigte sich in unserer konsekutiven Patientenserie mit geklippten cerebralen Aneurysmen nach Subarachnoidealblutung, dass ein Drittel der Patienten kleine rupturierte Aneurysmen hatte, mit dem Arteria cerebri anterior Komplex als Prä­dilektionsstelle. Daher sollten, obwohl bisher niedrige Rupturrisiken berichtet wurden, bei zufällig entdeckten kleinen Aneurysmen, in Abhängigkeit von Lokalisation und individuellen Risikofaktoren, eine Therapie in Betracht gezogen werden.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben