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Neurochirurgie 1. Juni 2011

Einfluß von Alter und Resektionsausmaß auf das Gesamtüberleben von Glioblastompatienten: Eine retrospektive, populationsbasierte Studie

EINLEITUNG: In einer retrospektiven Analyse von in Vorarlberg therapierten Glioblastompatienten wurde der Einfluss des Resektionsausmaßes auf das Gesamtüberleben in Abhängigkeit vom Lebensalter analysiert. METHODEN: Die therapeutische Intervention bei 48 Patienten (Alter median 62,5 Jahre, zwischen 25 und 82 Jahren, 19 Frauen und 29 Männer) mit histologisch verifiziertem Glioblastom bestand aus dem chirurgischen Eingriff (16 Biopsien, 18 Teil- und 14 Komplettresektionen) sowie einer postoperativen Radio-Chemotherapie mit konkomitant und adjuvant verabreichtem Temozolomid. Der durchschnittliche Beobachtungszeitraum umfasste 11,7 Monate (zwischen 3 und 36 Monaten). Bei 5 von 48 Patienten (10,4 %) kam es unmittelbar postoperativ zu einer vorübergehenden klinischen Verschlechterung, eine permanente, operativ bedingte klinische Verschlechterung oder ein perioperativer Todesfall waren nicht beobachtet worden. Bei einem Patienten musste wegen einer Infektion eine Revisionsoperation durchgeführt werden. ERGEBNISSE: Insgesamt war die 12 bzw. 24 Monate Überlebensrate 54 % bzw. 20,2 %, bei einer medianen Überlebenszeit von insgesamt 13,7 Monaten. In der jüngeren Patientengruppe (<65 Jahre, medianes Alter 57,5 Jahre, 28 Patienten), war die 12 bzw. 24 Monate Überlebenszeit 68,4 bzw. 34,3 %, bei einer medianen Überlebenszeit von insgesamt 16,9 Monaten. In der älteren Patientengruppe (>65 Jahre, medianes Alter 73 Jahre, 20 Patienten) war die 12 bzw. 24 Monate Überlebensrate 28,8 bzw. 5,8 %, bei einer medianen Überlebenszeit von insgesamt 7,7 Monaten (Log-rank, p = 0.0005). Das Resektionsausmaß beeinflusste die Überlebensrate der jüngeren Patientengruppe nahezu signifikant (Biopsie verglichen mit Komplettresektion: p = 0.06), zeigte aber dagegen keinen Einfluss auf die Überlebensrate der älteren Patientengruppe (p = 0.5). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Überlebensrate der älteren Glioblastompatienten nach Resektion und Radiochemotherapie mit Temozolomid war im Vergleich mit den jüngeren Patienten deutlich geringer. Zusätzlich wurde in der älteren Patientenpopulation die Prognose nicht vom Resektionsausmaß beeinflusst.

Iris Zachenhofer, Roland Maier, Helmut Eiter, Bernhard Muxel, Manfred Cejna, Alexander DeVries, Karl Roessler, Wiener klinische Wochenschrift 11/12/2011

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