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Katja Christine Schwenzer-Zimmerer ist seit 1. Oktober die 1. Professorin für MKG-Chirurgie.
 

Erste MKG-Professorin

Premiere an der Med Uni Graz: Zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum übernimmt mit Univ.-Prof. DDr. Katja Christine Schwenzer-Zimmerer eine Frau eine MKG-Professur.

Eine Besonderheit der MKG-Chirurgie ist die Notwendigkeit zur vernetzten interdisziplinären Zusammenarbeit in Patientenversorgung, Lehre und Forschung. Dies ist bedingt durch die räumliche Nähe der Organe im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich zueinander, wie beispielsweise Augen, Nase, Ohren und Gehirn. Hier findet die Ärztin und Wissenschafterin an der Medizinischen Universität Graz ideale Voraussetzungen zur Umsetzung der interdisziplinären Versorgung und Forschung.

Katja Christine Schwenzer-Zimmerer promovierte 1994 in den Fächern Humanmedizin und Zahnmedizin an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. 1998 schloss sie die Ausbildung zur Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in München erfolgreich ab. Sie erhielt in Basel 2008 den Auftrag zu Lehre und Forschung in diesem Fachgebiet. Das Thema ihrer Habilitation war „Virtuelle 3D-Modellierung in der kranio-maxillofazialen Chirurgie zur Individualisierung und Optimierung der Therapie“.

Bis zu ihrer Berufung an die Med Uni Graz war Schwenzer-Zimmerer am Universitätsspital Basel als Leitende Oberärztin sowie Stellvertreterin des Klinikvorstandes tätig. Außerdem baute sie das interdisziplinäre Zentrum für Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und kraniofaziale Fehlbildungen am Universitätsspital Basel auf, leitete dies und entwickelte das weltweit innovative Konzept des einzeitigen Spaltverschlusses bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten im frühen Säuglingsalter weiter. Parallel hierzu leitete sie die MKG-Chirurgie des Medizinischen Versorgungszentrums (Praxisklinik) in Lörrach, Deutschland. Somit war sie im Dreiländereck D, CH, F grenzüberschreitend sowohl in der Lehre als auch in Forschung und Patientenbetreuung tätig. In insgesamt weit über 10.000 Operationen konnte Schwenzer-Zimmerer ihre chirurgische Expertise in der MKG-Chirurgie bereits unter Beweis stellen.

Ihr Schwerpunkt in der Patientenversorgung ist die Behandlung von Babys mit Fehlbildungen. Das „All-in-One“-Konzept beinhaltet eine frühzeitige umfassende chirurgische Korrektur und begleitende, therapeutisch ganzheitliche Behandlung des Patienten und seiner Familie. Außerdem beinhaltet es die Versorgung sowie chirurgische und funktionelle Rekonstruktion von PatientInnen mit angeborenen und erworbenen Fehlbildungen des Gesichtes durch Fehlwachstum der Kiefer oder Unfälle und Tumorerkrankungen.

Forschungsschwerpunkt: Identität und Gesicht

In ihrer Forschungsarbeit setzt die Wissenschafterin zentrale Schwerpunkte. Hierbei ist ihr die breit angelegte interdisziplinäre klinische Forschung rund um ihre Patienten mit angeborenen und erworbenen Gesichtsdeformitäten ein Hauptanliegen. Unter anderem publiziert sie zu 3D-Verfahren und Modellierung, computerunterstützter Chirurgie sowie Morphologie und Physiologie der Lippen-Kiefer-Gaumen-Spaltenbildung und zum Themenkomplex „Identität und Gesicht“.

In Zukunft wird auch in Graz ein Forschungsschwerpunkt auf modernen interdisziplinären Hightech-Verfahren an den Schnittstellen zwischen technischen Wissenschaften und klinischer Anwendung liegen. Als besondere Kompetenz der klinischen Forschung ist die 3D-Planung, 3D-Modellierung, 3D-Navigation von Dysgnathien und die maßgeschneiderte Tumorchirurgie im Hinblick auf Resektion, Rekonstruktion und adjuvante Therapien, insbesondere auch an der Schädelbasis, zu nennen. Sie plant, die Zukunft der Grazer MKG-Chirurgie in Anknüpfung an die bedeutenden Leistungen der Vergangenheit in ein fruchtbares Innovationszentrum zu führen. Das bedeutet, dass sich die Med Uni Graz auf dem Gebiet der Kranio-maxillo-fazialen Chirurgie als international führendes, global vernetztes Zentrum mit einer wegweisenden und innovativen Ausstrahlung auf Kollegen, Patienten und Studierende weiter etablieren wird.

Uni Graz/IS, Zahnarzt 11/2014

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