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ITI-Kongress 2013: Premiere in Salzburg

Der nationale Kongress des International Team for Implantology findet erstmalig in Österreich statt.

Am 21. und 22. Juni 2013 findet erstmalig in Österreich der nationale Kongress des International Team for Implantology (ITI) statt. Über die geplanten Vorträge und die Referenten dieser Premiere in Salzburg stand der Vorsitzende des wissenschaftlichen Komitees, Univ.-Prof. DDr. Alexander Gaggl (Uniklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Landeskrankenhaus Salzburg) dem ebenfalls dem Komitee angehörenden DDr. Sascha Virnik (Abteilung Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie, Klinikum Klagenfurt) Rede und Antwort.

 

Virnik: Herr Kollege, was ist für Sie das Besondere an der diesjährigen Veranstaltung in Salzburg?

Gaggl: Das ITI sorgt seit vielen Jahren international dafür, dass führende Experten aus Wissenschaft und Klinik zusammenkommen, um ihre Fachkenntnisse, Studien und Erfahrungen untereinander zu teilen. Das Credo des ITI ist ebenfalls die Förderung, Entwicklung und Weiterbildung für alle Bereiche der zahnärztlichen Implantologie und Geweberegeneration.
Die zahllosen Erfahrungen der Kollegen aus aller Welt sind für uns Implantologen von unschätzbarem Wert, denn schließlich wollen wir allen unseren Patienten eine Behandlung auf aktuellstem wissenschaftlichen Stand anbieten.
Dass dieser so wichtige Kongress im nächsten Jahr in Salzburg stattfindet, bedeutet, dass eine Menge Teilnehmer auch aus den benachbarten Ländern sehr direkt erreicht werden. So erhoffen wir uns regen Zustrom, neben Österreich auch aus der Schweiz und dem süddeutschen Raum.

Virnik: Was erhoffen Sie sich persönlich von diesem Kongress?

Gaggl: Wie bei jedem Zusammentreffen solch hochkarätiger Fachleute bei den ITI-Kongressen erhoffe ich mir neue, einschlägige Erkenntnisse der Praktiker und regen Erfahrungsaustausch. Von den Referenten erhoffe ich mir wieder informative, gehaltvolle und Denkanstoß gebende Vorträge, die im Anschluss zu ausgiebigen Diskussionsrunden über die diesmal auch teilweise "heißen" Themen führen. Für mich persönlich sind die Gespräche, die den Vorträgen folgen, das Prunkstück eines jeden Kongresses.
Nach einem interessanten Vortrag ist man inspiriert, Dinge evtl. anders zu handhaben oder neugierig, welche Kollegen was auf welche Art machen und ob man das in der eigenen Praxis möglicherweise auch umsetzen kann. Bestenfalls ist man bestätigt, was die eigene Behandlungsweise angeht, aber i.d.R. hat man weitere, tiefgreifendere Fragen über ein spezielles Thema, denn man lernt ja schließlich nie aus.
In jedem dieser Fälle besteht weiterer Gesprächsbedarf mit den Kollegen und/oder Referenten. Wo sonst als in diesem großen Pool von fachkundigem Wissen kann ich meine Fragen und Ideen also besser anbringen. Aus den Diskussionsrunden entwickeln sich manchmal neue Ideen und auf diese sowie auf die Inspiration möchte ich auch diesmal nicht verzichten.

Virnik: Geben sie uns eine Vorschau auf die Themen, die bei diesem Kongress behandelt werden?

Gaggl: Ich habe eben schon angedeutet, dass bei der ITI-Kongress-Premiere in Salzburg etwas "heißere" Themen angefasst werden. Wir Behandler freuen uns natürlich immer, wenn eine Operation komplikationslos gelingt und der Langzeiterfolg nach Jahren noch gegeben ist. Aber wir wissen auch alle, dass das eben nicht immer der Fall ist.
Wir sind Menschen und arbeiten mit bzw. an Menschen. Unterschiedliche Bedingungen führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Maschinen kann man programmieren, aber mit Menschen geht das nicht. Dieses "Randgebiet" hat u. a. in dem kommenden Kongress einen festen Platz.

Virnik: Auf welche Referenten und Themen dürfen wir uns denn nun im Einzelnen freuen?

Gaggl: Wir haben wieder ein breites Gebiet an Vortragsthemen und natürlich Referenten, die in den verschiedensten Fachgebieten Experten sind.
PD Dr. Petra Güß ist eine hervorragende Prothetikerin und Oberärztin des Uniklinikums in Freiburg. Ihr Thema sind CAD/CAM-Materialien in der digitalen Zahnmedizin. Das Thema ist sicher hochinteressant für alle, die sich in irgendeiner Form mit den Suprakonstruktionen beschäftigen, denn die Technik entwickelt sich ständig weiter.
Passend dazu wird Rudi Hrdina, seines Zeichens Zahntechnikermeister aus Guntramsdorf, über neue Technologien in der Zahntechnik und über die modernen Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Zahnarzt und Zahntechniker berichten und informieren. Seit Herr Hrdina 1993 das zahntechnische Fortbildungsinstitut BSI gegründet und 1995 die Geschäftsführung des zahntechnischen Laboratoriums des BSI übernommen hat, hat er sich durch zahlreiche Vorträge im In- und Ausland über implantatprothetische Rehabilitation und angewandte Biomechanik einen Namen gemacht und ist daher ein überaus kompetenter Referent und auch Ansprechpartner.
Der Forschungsleiter und Oberarzt der Uniklinik Hamburg-Eppendorf Univ.-Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets wird über die Möglichkeiten des "tissue engineering" in der Implantologie referieren. Die Forschungen, die die Gewebezüchtung betreffen, entwickeln sich rasend schnell weiter, und der Herr Kollege wird uns auf den neuesten Entwicklungsstand bringen.
Die Parodontologiespezialistin
Dr. Madeleine Aslund aus Wien wird aus ihrem Fachgebiet über periimplantäre Erkrankungen bzw. über deren Prävention sowie, falls fortgeschritten, über Diagnose und Behandlung informieren.
Die Innsbrucker Kollegin und Oberärztin DDr. Ulrike Beier von der Uniklinik für Zahnersatz und Zahnerhaltung, die für in Teamarbeit durchgeführte Langzeitstudien von Vollkeramikrestaurationen sowie Implantatvergleichsstudien Preise erhalten hat, erörtert mit uns Möglichkeiten und Probleme von implantatgestützter Defektprothetik.
Dr. Andreas Thor, der als einer der wichtigsten Kieferchirurgen im skandinavischen Raum gilt, ist nicht nur an der Uniklinik in Uppsala, Schweden, für seine zahlreichen Studien bekannt, die die Sinusbodenelevation ohne Verwendung von Augmentationsmaterialien betreffen. Aus diesem seinem Spezialgebiet wird er uns berichten.
Das Für und Wider der Verwendung von körpereigenen oder körperfremden Augmentationsmaterialien ist das Thema, das uns Prof. DDr. Norbert Jakse aus Graz näherbringen und erörtern wird.
Dr. Rhino Burkhardt aus Zürich ist ebenfalls ein engagierter Kollege und Mitglied bei diversen Fachgesellschaften. Als Experte für die ästhetisch-plastische PA-Chirurgie hat er viele wichtige Erläuterungen zum Thema Wundverschluss, -stabilität und -heilung. Auch Nähen will gelernt sein.
Dr. Michael Gahlert aus München ist nicht nur herausragender Implantologe, sondern auch Fachmann im Bereich der Zirkoniumdioxidimplantate, wie seine zahlreichen Wissenschaftsprojekte und internationalen Veröffentlichungen zeigen. Zudem teilt er sein Wissen und seine Erfahrungen gern, wie die gemeinsam mit seinem Praxiskollegen durchgeführten "Erfolgskurse" mit Live-Operationen deutlich machen. Auch in Salzburg dürfen wir dann von seinem Wissen profitieren.
Von der Salzburger Uniklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie kommt mit seinem Referat über osteosynthesefreie Sandwich-Osteoplastiken DDr. Christian Brandtner zu uns. Er beschreibt außerdem noch die Kombinationsmöglichkeiten dieses Verfahrens mit anderen augmentativen Maßnahmen.
Dr. Daniel Hess aus Knittelfeld ist Spezialist für Parodontologie und Implantologie. In Salzburg wird er uns jedoch neue Einblicke in die Optimierung der Arbeitsabläufe bei der Prothetikherstellung geben. Von der Abformung bis zur Zementierung des fertigen Werkstücks im Mund des Patienten gibt es Arbeitsschritte, die mit digitaler Hilfe ohne jeglichen Qualitätsverlust wirtschaftlicher gestaltet werden können.

Und, Herr Kollege, mit welchem Thema im Gepäck reisen Sie nach Salzburg?

Virnik: Nun, eine Periimplantitis ist zwar ein Schreckgespenst für jeden Behandler, aber sie bedeutet nicht immer die Explantation. Es gibt durchaus chirurgische Möglichkeiten, die erfolgversprechend sind, und diese Möglichkeiten möchte ich den Teilnehmern aufzeigen.
Herr Kollege, ich danke Ihnen für die ausführlichen Antworten und möchte abschließend noch sagen, dass ich mich ebenfalls sehr freue, so viele namhafte Kollegen in Salzburg zu treffen. Das wird sicher wieder ein spritziger und sehr lehrreicher Kongress. Ich persönlich sehe die ITI-Kongresse als ein Update an. Und ich freue mich, dass wir alle uns in diesem Jahr vor einer so schönen Kulisse updaten dürfen. Ich werde eine Kaiserwetter-Bestellung abgeben, dann macht alles noch gleich viel mehr Spaß.

Informationen
Informationen zum ITI-Kongress sind abrufbar unter:
http://www.iti.org/congressaustria/.

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