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Klaas-Jan Huntelaar kehrte trotz Nasenbeinbruch sofort zurück aufs Spielfeld.
 

Mit Maske zurück aufs Feld

Gesichtschirurgen müssen immer häufiger Fußballspieler behandeln. Für Rehabilitation bleibt keine Zeit.

Gesichtsmasken kommen bei Profifußballern nach Verletzungen immer häufiger zum Einsatz – dabei liefern sie nur eine trügerische Sicherheit. Chirurgen beklagten sich im Vorfeld der EM, dass schwere Kopfverletzungen und komplizierte Brüche im Fußball drastisch zunehmen.

 

Gerade im Profifußball nimmt die Zahl schwerer Gesichtsverletzungen dramatisch zu, teilte die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) bei ihrem Jahreskongress in Freiburg mit. Dies sei eine erschreckende Entwicklung. „Die Spiele werden schneller und härter, der Umgang miteinander wird rauer“, so Kongresspräsident Prof. Dr. Rainer Schmelzeisen. Die Mediziner seien stärker gefordert als bisher. „In jedem Spiel gibt es zwei verletzte Fußballer.“ Und die Verletzungen würden immer gravierender. Häufig müssten schwere Kopfverletzungen und komplizierte Brüche behandelt werden.

Gebrochene Kiefer und Nasen

Es käme zu Zusammenstößen mit anderen Spielern oder zu Schlägen und Tritten durch Gegner. Die Folgen seien zum Beispiel gebrochene Kiefer und Nasen. Konkrete Zahlen nannten die Mediziner jedoch nicht.

„Die Medizin gerät zunehmend unter Druck, weil Profifußballer nicht lange aussetzen können“, sagt Prof. Dr. Harald Eufinger, Gesichtschirurg am Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen. Eine längere Behandlung und Rehabilitation sei kaum noch möglich.

Return to play

Immer häufiger würden daher Gesichtsmasken verwendet, um Verletzungen zu heilen und Folgeschäden zu vermeiden. Mit solchen Masken sind unter anderem die Nationalspieler Christoph Metzelder, Benedikt Höwedes und Klaas-Jan Huntelaar sowie bereits 1999 der dänische Spieler Ebbe Sand ausgestattet worden. Sie konnten mit ihnen sofort zurück aufs Spielfeld.

Eine solche Maske kostet 1.300 Euro, für das Herstellen und Anpassen seien elf Stunden nötig, sagt Eufinger. Weil der Spieler danach wieder einsetzbar sei, übernehme die Berufsgenossenschaft die Kosten.

Fatale Verletzung nach Kopfballversuch

Nicht immer kann diese Maske allerdings auch tatsächlich schützen. Sotirios Kyrgiakos etwa, griechischer Nationalspieler, musste in seiner Zeit als Kicker von Eintracht Frankfurt eine unangenehme Erfahrung machen. Nach einem Nasenbeinbruch spielte er zur Sicherheit mit einer Maske. Ein missglückter Kopfballversuch hatte allerdings fatale Folgen: Der Ball sprang ihm so unglücklich unter die Nase, dass durch das Hochrutschen die Nasenspitze verletzt wurde. Das Nasenbein brach erneut. Die Folge war eine weitere Operation an der Nasenscheidewand. Beide Verletzungen passierten innerhalb von vier Wochen. Zwei Monate lang konnte Kyrgiakos danach beim Training nicht belastet werden, geschweige denn spielen. Erst nach genau acht Wochen war er wieder fit genug, um auf dem Platz zu stehen.

 

ÄZ/fuh/dpa, Ärzte Woche 25 /2012

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