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Ist die systemische Entzündungsreaktion verantwortlich für den postoperativen Wundschmerz nach Tonsillektomie und hängt letzterer ab von der Operationstechnik?

FRAGESTELLUNG: Ziel der Studie war es, den Einfluss der Operationstechnik auf die postoperative Morbidität und auf die systemische Entzündungsreaktion nach Tonsillektomien zu untersuchen. Hierzu wurden zwei Gruppen tonsillektomierter Kinder in Bezug auf die systemische Entzündungsreaktion, den postoperativen Schmerzgrad und die Dauer bis zum Erreichen einer normalen physiologischen Aktivität verglichen. Die Entzündungsparameter wurden in Relation zur postoperativen Morbidität gesetzt. PATIENTEN UND METHODEN: Die prospektive, randomisierte, einfach verblindete Studie umfasst 100 Kinder im Alter zwischen 3 und 16 Jahren, die in unserer Einrichtung wegen einer chronischen Tonsillitis und/oder Atemwegsobstruktion tonsillektomiert wurden. Die Kinder wurden in zwei Gruppen randomisiert. Die erste Gruppe erhielt eine konventionelle Tonsillektomie mit bipolarer Blutstellung. Die zweite Gruppe bekam eine radiofrequenz-unterstützte Tonsillektomie. Das Nachuntersuchungsintervall betrug 14 Tage. Folgende Parameter wurden untersucht: Intensität und Dauer der postoperativen Schmerzen (gemessen im Schmerzmittelbedarf in der postoperativen Phase), postoperativer Tag, an dem erstmals wieder normale physische Aktivität möglich war, und die Nachblutungsrate. Um die systemische Entzündung zu erfassen, wurden die Serumblutspiegel des C-reaktiven Proteins (CRP) unmittelbar vor der Operation und am siebten postoperativen Tag bestimmt. ERGEBNISSE: Es ergab sich eine statistisch signifikante Korrelation zwischen erhöhten CRP-Serumspiegeln und dem postoperativen Schmerzmittelbedarf und zwar sowohl für die Anzahl der Analgetikagaben (r = 0,28; p < 0,01) als auch für die Anzahl der Tage, an denen Analgetika benötigt wurden (r = 0,26; p < 0,01). Des Weiteren ergab sich eine Korrelation zwischen erhöhten CRP-Blutspiegeln und der verlängerten Dauer bis zum Erreichen einer unbehinderten körperlichen Aktivität (r = 0,30; p < 0,01). SCHLUSSFOLGERUNG: Die postoperative Morbidität nach Tonsillektomie scheint von der systemischen Entzündungsreaktion abzuhängen, die die Operation hervorruft. Die Entzündungsreaktion wiederum scheint von der Operationstechnik abzuhängen – eine weniger invasive Technik führt zu einer geringeren systemischen Entzündungsreaktion und zu einer geringeren postoperativen Morbidität.

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