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Chirurgie 1. Juli 2006

Der Einsatz einer Rescue-Therapie mit Tacrolimus und Mycophenolat Mofetil verhindert nicht die progr

HINTERGRUND: Es gibt Hinweise für eine Bedeutung humoraler Alloreaktivität in der Pathogenese der chronischen Transplantat-Nephropathie. Kürzlich wurde in einer kleinen Fallserie über den günstigen Effekt einer Rescue-Therapie mit Tacrolimus in Kombination mit Mycophenolat Mofetil auf den Verlauf der chronischen humoralen Abstoßungsreaktion berichtet. METHODEN: In unsere Studie wurden elf Nierentransplantatempfänger mit bioptisch verifizierter C4d-positiver chronischer Transplantatabstoßung (Index-Biopsie im Median 3 Jahre nach Transplantation) inkludiert. Auf Basis des Biopsiebefundes wurde von Cyclosporin A auf Tacrolimus umgestellt. Weiters erfolgte, sofern nicht bereits Bestandteil der immunsuppressiven Basistherapie, eine Umstellung auf Mycophenolat Mofetil. Wir untersuchten den Effekt dieser Intervention auf den klinischen sowie, unter Einsatz durchflusszytometrischer Methodik (FlowPRA), den serologischen Verlauf humoraler Alloreaktivität. ERGEBNISSE: Die Ergebnisse unserer Fallserie zeigen, dass eine Therapieumstellung auf Tacrolimus und Mycophenolat Mofetil eine progrediente Verschlechterung der Nierenfunktion nicht aufhalten kann. So entwickelten 4 Patienten innerhalb von 4–18 Monaten eine terminale Niereninsuffizienz. Serielle serologische Analysen zeigten bei 7 Patienten den Nachweis von Alloantikörpern gegen HLA Klasse I und/oder Klasse II Antigene. Tacrolimus/Mycophenolat Mofetil hatte keinen Effekt auf den Verlauf dieser FlowPRA-Reaktivitäten. Bei einem Patienten mit C4d-positiver Transplantat-Glomerulopathie wurde nach fehlendem Ansprechen auf Tacrolimus/Mycophenolat Mofetil eine Immunadsorptionstherapie begonnen. Es konnte zwar ein Rückgang der FlowPRA-Reaktivität sowie eine Reduktion der C4d Ablagerungen erreicht werden, dennoch entwickelte der Patient unter dieser Therapie ein dialysepflichtiges Nierenversagen. SCHLUSSFOLGERUNG: Unsere Ergebnisse sprechen gegen eine Effizienz von Tacrolimus/Mycophenolat Mofetil in der Therapie der C4d-positiven chronischen Transplantatdysfunktion. Allerdings kann nur eine prospektive kontrollierte Studie den tatsächlichen Benefit dieser oder alternativer, vorzugsweise frühzeitig eingesetzter antihumoraler Strategien klären.

Christoph Schwarz, Heinz Regele, Nicole Huttary, Markus Wahrmann, Markus Exner, Katalyn Nagy-Bojarsky, Josef Kletzmayr, Walter H. Hörl, Georg A. Böhmig, Wiener klinische Wochenschrift

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